Haldensleben l „Wir hoffen, dass auf diese Weise die fünften Etagen wieder aktiviert werden können“, erklärt Vorstandsmitglied Wolfgang Kaiser. Mehrere Wohnungen in dieser Höhe hat die WBG „Roland“ bereits dauerhaft stillgelegt. Denn für sie ist die Nachfrage derzeit gering. Doch das soll sich wieder ändern.

Bereits 2017 hat die Wohnungsbaugenossenschaft damit begonnen, Aufzüge in Wohnblöcken zu installieren. Dabei gibt es jeweils zwei Exemplare: Ein äußerer Aufzug bringt Bewohner und Besucher auf die Höhe des Hauseingangs. Denn der ist sonst über Stufen zu erreichen. Der zweite Aufzug fährt im Inneren der Häuser die jeweiligen Stockwerke an. „Auf diese Weise entsteht ein fast barrierefreier Zugang zu den Wohnungen. Das führt dazu, dass auch ältere Mieter in ihren Wohnungen bleiben können“, informiert Wolfgang Kaiser.

Neun Aufzüge

Hintergrund dieser Investitionen ist das sogenannte Aufzugsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt. Dadurch erhält die WBG eine Förderung von 50 Prozent. 2018 investierte die Genossenschaft in diesem Bereich 760.000 Euro und konnte dadurch acht Aufzüge installieren. 2019 sollen es 1,1 Millionen Euro für neun Aufzüge sein - und zwar erstmals nicht nur in der Straße Vor der Teufelsküche, sondern auch am Waldring. „So viele Aufzüge in so kurzer Zeit wären sonst nicht möglich. Und die Mieter nehmen sie gut an“, so Wolfgang Kaiser. „Wir versuchen das weiterzuführen, solange es möglich ist und Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.“

Die Mehrkosten, die für die Mieter entstünden, seien minimal. „Wir passen auf, dass niemand überfordert wird“, verspricht das Vorstandsmitglied.

Mit dem Jahr 2018 zeigt sich Wolfgang Kaiser zufrieden. Zwei Millionen Euro habe die WBG investiert. Neben den Aufzügen wurden rund 740.000 Euro in die Sanierung leerstehender Wohnungen gesteckt. Über 125.000 Euro gab die WBG 2018 im Rolandviertel für zusätzliche Pkw-Stellplätze aus. Dabei wurde sie durch das Förderprogramm „Soziale Stadt“ unterstützt.

Alle Flächen erschlossen

„Alle uns zur Verfügung stehenden Flächen sind jetzt erschlossen. Jeder Bewohner hat die Möglichkeit, sein Auto abzustellen“, hält Wolfgang Kaiser fest. Seit 2013 seien auf diese Weise 188 zusätzliche Parkplätze entstanden. Sie sind für die Mieter bestehender Wohnungen gedacht. Denn bei Neubauten gebe es spezielle gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der benötigten Stellplätze.

2019 will die Genossenschaft 2,47 Millionen Euro für Sanierungen und Investitionen ausgeben. Der Anteil an Eigenmitteln liegt bei 1,6 Millionen Euro, wie Wolfgang Kaiser betont. 760.000 Euro sollen in die weitere Sanierung des Bestandes fließen. „Im Rolandviertel sind viele Wohnungen 30 bis 40 Jahre bewohnt worden. Die müssen komplett neu gemacht werden“, teilt das Vorstandsmitglied mit. Dabei solle auch eine „kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung“ installiert werden - und zwar soweit die vorhandenen Mittel reichen. Auf diese Weise lasse sich nicht nur Energie sparen. Die Wohnungen könnten gelüftet werden, ohne die Fenster zu öffnen. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Das sind Investitionen in die Zukunft“, hält Wolfgang Kaiser fest. Außerdem handele es sich, ebenso wie bei den Aufzügen, um ein Alleinstellungsmerkmal der Genossenschaft.

Block 2019 sanieren

Weiterhin ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) geplant. Dabei geht es um den Wohnblock Waldring 4 bis 19. Die Eingänge mit den Nummern 8 bis 13 zählen zum Bestand der WBG, der Rest gehört der Wobau. 2019 soll der Block saniert werden. Dafür hat die Genossenschaft mehr als 300.000 Euro eingeplant. Fassade, Dach und Balkonbrüstungen sollen unter anderem neu gemacht werden. Auch hier wird es laut Wolfgang Kaiser eine Förderung durch das Programm „Soziale Stadt“ geben.

Nicht zuletzt gibt es eine Neuigkeit, auf die Wolfgang Kaiser spürbar stolz ist: Bis Ende des Jahres will die WBG ihre Altschulden aus der Wende-Zeit getilgt haben. „Das ist für uns sehr wichtig“, erklärt das Vorstandsmitglied. „Trotz der Mittel für Investitionen und Sanierungen haben wir zuverlässig unseren Kapitaldienst geleistet.“ Die Tilgung der Altschulden bringe künftig auch mehr Spielraum für neue Investitionen. Jährlich stünden 400.000 bis 450.000 Euro mehr zur Verfügung.

Weiter in Süplinger Berg investieren

Zum Bestand der Genossenschaft zählen derzeit 1150 Wohnungen. Gemeinsam bieten sie eine Wohnfläche von knapp 66.000 Quadratmetern. „Der Leerstand liegt bei knapp unter 6 Prozent. Der Durchschnitt in Sachsen-Anhalt liegt bei 13 Prozent“, informiert Wolfgang Kaiser.

Und noch eines liegt ihm am Herzen: „Es ist uns wichtig, dass wir weiter in den Süplinger Berg investieren. Mietgünstiger Wohnraum wird immer gebraucht. Nicht jeder kann sich eine Wohnung in der Innenstadt leisten.“