Calvörde l Einen nagelneuen Rettungswagen übergab Ralf Schmidt, Rettungsdienstleiter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Rettungsdienst Börde an das Team der Rettungswache in Calvörde. Das DRK hat die Wache am 1. Juli 2019 in einem Ausschreibungsverfahren vom Landkreis übernommen. „Hier sind zehn festangestellte Mitarbeiter. Das setzt sich zusammen aus Rettungsassistenten und Notfallsanitäter“, zählte Schmidt auf. Teamleiter der Rettungswache in Calvörde ist Rettungsassistent Hartmut Hornbruch, der gemeinsam mit Rettungssanitäter Thomas Scholz auch die Verantwortlichen für den neuen Rettungswagen sind. Es ist ein modern ausgestattetes Fahrzeug. Der Mercedes Sprinter wurde ausgebaut von Ambulanzmobile Schönebeck. Er kostet komplett etwa 100.000 Euro“, sagte Schmidt. Die Geräte wurden – nach den Ausführungen des Dienstleiters – teilweise übernommen, aber auch neu angeschafft.

Der Einsatzradius reicht etwa 20 Kilometer weit von Calvörde bis zur Stadtgrenze Haldensleben, bis in die Richtungen Oebisfelde, Flechtingen bis nach Behnsdorf. „Die Calvörder Wache hat etwa 50 Einsätze im Monat. Die Wache ist 24 Stunden besetzt“, erläuterte der Rettungsdienstleiter. Die Palette der Einsätze ist breit gefächert und reicht vom gebrochenen Finger bis zu Verkehrsunfällen. Wer den Notruf 112 wählt, landet erst mal in der Rettungsleitstelle. Dort wird geschaut, welche Rettungswache zuständig und verfügbar ist.

„Mit Beginn der Corona-Pandemie steht jetzt in Calvörde noch ein zweites Rettungsfahrzeug. Dieses Fahrzeug wird speziell für Verlegungen bei positiv bestätigten Corona-Patienten für den gesamten Landkreis Börde eingesetzt. Das heißt, unsere Mitarbeiter fahren Verlegungen von einem Krankenhaus zum nächsten oder von der häuslichen Quarantäne in eine Klinik“, schilderte Schmidt. Angst vor Corona habe da kein Platz im Rettungswagen. Außerdem können sich die Notfallsanitäter für diese Einsätze ganz in Ruhe und mit den nötigen Schutzausrüstungen vorbereiten. „Unsere Leute sind extra geschult“, betonte Schmidt. Ihr Job im Rettungsdienst sei es, kranken und verletzten Patienten zu helfen.

Evakuierungsstuhl erleichert Arbeit

Groß ist die Freude trotz Corona-Pandemie über das neue Fahrzeug und über die moderne Technik bei der Besatzung der Wache. Neu ist im Fahrzeug ein Evakuierungsstuhl. „Die Mitarbeiter müssen zum Beispiel den Patienten nicht mehr die Treppe herunter tragen, sondern den Raupentragestuhl benutzen. Das ist rückenschonendes Arbeiten“, erklärte der Dienstleiter.

Mit dem Blick in die Zukunft wünscht sich Schmidt, dass noch mehr junge Menschen den Beruf des Notfallsanitäters erlernen. „Wir haben eine Lehrrettungswache in Erxleben. Dort findet die dreijährige Ausbildung der Notfallsanitäter statt“, sagte Schmidt. Zurzeit gibt es dort fünf Auszubildende in verschiedenen Ausbildungsjahren.

Notfallsanitäter führen medizinische Maßnahmen der Erstversorgung durch beziehungsweise assistieren bei der ärztlichen Notfall- und Akutversorgung von Patienten. Außerdem stellen sie die Transportfähigkeit von Patienten sicher und überwachen deren medizinischen Zustand während des Transportes. Bewerben können sich junge Leute erst wieder für den Ausbildungsbeginn 2021.