Erxleben l Dick eingepackt in wärmende Kleidung und Bau-overalls zog vergangene Woche wieder einmal Leben in den Joachimsbau von Schloss II in Erxleben.

Das Deutsche Fachwerkzentrum aus Quedlinburg vereinte in einem internationalen Seminar Studenten der Architektur der Hochschule Anhalt und Flüchtlinge aus dem Landkreis Harz. An mehreren Stellen wurde fleißig gewerkelt. schon im Eingangsbereich der Wendeltreppe hämmerte es kräftig. Dort wurde ein Zaun gezimmert.

Im ersten Obergeschoss wurde nach Freigabe durch den Holzsachverständigen Kalkputz auf die Fachwerkwände aufgetragen. „Stolz sind wir darauf, dass wir schon mit der Einarbeitung eines Bleiglasfensters beginnen konnten“, erzählt Claudia Hennrich, Geschäftsführerin des Deutschen Fachwerkzentrums. Sie zeigt auf das Fenster mit den vielen kleinen Verstrebungen. Nummer 2 müsse allerdings noch etwas auf sich warten lassen.

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Das Besondere bei diesem Seminar sei, so sagt Claudia Hennrich, dass die Flüchtlinge den Studenten Anleitung geben würden. Denn die Flüchtlinge verfügen aufgrund ihrer schon länger währenden Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fachwerkzentrum bereits über viele praktische Erfahrungen und Wissen, dass sie weitergeben können und möchten. Ihnen zur Seite stehen auch Fachwerkzentrumsmitarbeiterin Conny Luthardt und der Zimmerer- und Tischlermeister René Knackstedt.

Kommunikation

Die Kommunikation ist kein Problem. Die meisten können sich gut in Englisch verständigen, auch das praktische Vorführen hilft bei der Verständigung. Nasrulla Afshar, Angestellter des Fachwerkzentrums, zeigt das Verputzen einer Mauer mit Kalkputz. Jeder Kellenstrich sitzt, schnell ist eine glatte Fläche zwischen den Holzbalken entstanden. Dann versuchen es die Architekturstudenten, ihm nachzumachen.

Zwei Ziele haben die Mitarbeiter des gemeinnützigen Fachwerkzentrums im Auge.

Am 3. März findet im Rahmen einer dreitägigen Fachtagung in Quedlinburg ein eintägiger Praxis-Workshop der Wissenschaftlich-technischen Arbeitsgemeinschaft (WTA) im Erxleber Schloss statt. Dabei werden neben einer Projektvorstellung auch traditionelle Restaurierungstechniken vorgestellt.

Alle Arbeiten im Erxleber Joachimsbau durch das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg zielen darauf ab, dass im Sommer eine Heißluftbehandlung für das Objekt vorgenommen werden kann, um Schadinsekten und den Hausschwamm mit diesem speziellen Verfahren dauerhaft aus dem Mauerwerk herauszubekommen.