Hundisburg l Noch ist der barocke Schlosspark in Hundisburg in tristes grau und braun getaucht. Doch während die kunstvoll angelegten Blumenrabatten und Rasenflächen wie in einer Winterstarre verharren, durchbricht am abseits gelegenen Hühnerberg das Kreischen einer Motorsäge die Stille im Landschaftspark. Mitarbeiter Andy Ladwig und seine Kollegen nutzen das offene Wetter, um Holz aufzubereiten. Sprich: alte, abgestorbene Bäume zu fällen und auch bereits umgestürzte Riesen hauptsächlich zu Brennholz zu verarbeiten.

„Das sind Auswirkungen der Trockenheit der vergangenen beiden Jahre“, erläutert Dr. Harald Blanke die Arbeiten seiner Kollegen. Neben Kiefern und Fichten hat es inzwischen auch Buchen getroffen, so der Chef der Schloss- und Gartenverwaltung. Nach einer fachlichen Begutachtung im Herbst fielen nun einige dieser robusteren Bäume der Säge zum Opfer. Allerdings, so Blanke, sind viele von ihnen schon 160 Jahre alt. Und damit auch anfälliger bei lang anhaltender Trockenheit.

Das riesige Areal von allen betroffenen Bäumen zu beräumen, gleicht jedoch einer Sisyphos-Arbeit. Denn vor Beginn der Saison müssen auch noch alle Obstbäume beschnitten werden. In den Plantagen finden sich rund 80 historische Obstsorten von Äpfeln, Birnen, Kirschen und Pflaumen bis hin zu Speierlingen und Aprikosen. Hinzu kommen rund 700 Rebstöcke, die ebenfalls auf ihren Winterschnitt warten, sowie die historischen Rosen.

Bilder

„Auf der gesamten Fläche ist dies eigentlich nicht durchzuhalten“, weiß Harald Blanke. Dennoch ist er zuversichtlich, den Besuchern auch in diesem Jahr wieder ein prachtvoll blühendes Gartenreich präsentieren zu können. Dafür sorgt nicht zuletzt Manuela Müller. Sie plant aktuell nicht nur den Einsatz ihrer Mitarbeiter, sondern auch die Ersatzpflanzungen im Baumbestand und den Besatz für die Rabatten im Barockgarten mit rund 3000 Pflanzen. Dabei setze sie auf den über Jahre bewährten Mix aus klassischen Frühblühern wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen mit Bauerntabak, Levkojen und Nelken. Da Hundisburg über keine eigenen Gewächshäuser mehr verfügt, bauen die Schlossgärtner auf die Gärtnereien in Haldensleben. „Wir benötigen ja nicht das Standardsortiment. Deshalb ist es schön, dass dies so gut funktioniert“, sagt Harald Blanke.

Von Irischen Klängen bis zur Ritterkomödie

Mit fest angestellten Vollzeit-, mit Saison- und Halbtagskräften sowie Mitarbeitern über das Förderprogramm 58plus sind im Landschaftspark insgesamt zwölf Frauen und Männer für die Hege und Pflege des rund 100 Hektar großen Landschaftsparks mit Schloss- und Barockgarten im Einsatz. Darunter auch ein junger Kollege aus dem Bundesfreiwilligendienst (BuFDi). Als anerkannte Einsatzstelle würden sich Harald Blanke und Manuela Müller aber noch mehr interessierte Jugendliche wünschen. „Sie können sich gern melden. Bei der Größe unserer Anlage sind wir eigentlich immer notorisch unterbesetzt“, wirbt er für ein Engagement im Grünen Bereich.

Wer neben den Parks und Gärten in Hundisburg noch Kunst und Kultur erleben möchte, kann sich in diesem Jahr auf einige besondere Veranstaltungen freuen. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Netzwerks Gartenträume Sachsen-Anhalt gibt es unter anderem ein Konzert des Münchner Quintetts Harmonic Brass im Rahmen des MDR-Musiksommers am 14. Juni. Weitere Höhepunkte sind unter anderem die Gartenträume-Freiluftmesse vom 24. bis 26. April, eine Irische Nacht in der Schlossscheune am 9. Mai, das Gertrudium am 6. und 7. Juni im Landschaftspark, das Sommertheater mit dem Poetenpack am 27. Juni im Schlosshof und die 28. Hundisburger SommerMusikAkademie vom 11. bis 26. Juli. Darüber hinaus laden im Schloss unter anderem die Alvenslebensche Bibliothek, der Schlossladen, die Spinnstube und das „Haus des Waldes“ zum Besuch ein.