Flechtingen l Auf den sprichwörtlich letzten Drücker vor den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel sind sie erschienen, die „Sagen zwischen Drömling und Börde“.

„In einer rund vierjährigen, manchmal recht mühsamen Suche, bei der tausende Seiten Schriftgut gesichtet werden mussten, viele Befragungen und Ortstermine notwendig waren, konnten die noch bekannten Sagen auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Flechtingen an das Licht unserer heutigen Zeit gefördert werden“, sagt Klaus-D. Kagelmann.

Sagen aus 40 Orten

Er hat die Ortssagen aus fast 40 einzelnen Orten zusammengetragen und bearbeitet. Das Ergebnis: Gleich zwei Bände mit fast 150 Sagen der Dörfer und Flecken der Verbandsgemeinde sind entstanden.

„Sagen sind überliefertes Kulturgut, das hier in unserer Region leider stark verschüttet ist“, weiß Klaus-D. Kagelmann. Für ihn sei es manchmal recht schwierig gewesen, im Gespräch mit Einwohnern überhaupt auf solche überlieferten Geschichten zu stoßen. Viele kannten gar keine Sagen.

Der Autor hat sich also gewissermaßen auf eine Schatzsuche begeben und dabei viele interessante Fakten zutage gefördert. Seine Suche ergab allerdings auch, dass ein großer Teil dieses historischen, erzählerischen Nachlasses für Generationen der Gegenwart und Zukunft bereits verloren gegangen ist. „In vielen Orten glauben die Menschen, dass es in ihrem Ort gar keine Sagen gibt“, berichtet Klaus-D. Kagelmann. Dem kann er allerdings auch widersprechen, denn Sagen gehörten früher in allen Dörfern zum täglichen Erzählgut. Sie seien einfach nicht mehr weitergetragen und damit vergessen worden.

Noch vielen Spuren folgen

Der Autor wird noch hunderten von Spuren folgen müssen, um sein Ziel zu erreichen, die phantasievollen Hinterlassenschaften unserer Vorväter, wie er es nennt, auch in den Nachbargemeinden wieder ans Licht zu führen.

Sein nächstes Ziel steht auch schon fest: Sagen aus der Region der Oberen Aller sollen zusammengetragen werden.

Erschienen sind die aktuellen Bände 3 und 4 im Block-Verlag, der die druckfrischen Exemplare kurz zuvor an den Autor übergeben hatte. Der reichte die ersten Kartons voller Sagen an Flechtingens Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß weiter. Als Ortschronist von Emden weiß er um die Bedeutung solcher geschichtlichen Überlieferungen und hat das Vorhaben von Klaus-D. Kagelmann unterstützt. „Der Erfolg hat viele Väter“, sagt Klaus D.-Kagelmann und möchte sich getreu dieser Volksweisheit bei all jenen bedanken, die ihn bei seinen Vorhaben unterstützt haben.

Neben zahlreichen Privatpersonen gilt sein Dank der Verbandsgemeinde. „Ich habe hier immer ein offenes Ohr, viel Verständnis und Unterstützung gefunden, was meine Recherchen wesentlich erleichtert hat“, so der Magdeburger.

Über 100 Bücher vorbestellt

Mehr als 100 Exemplare sind bei Mathias Weiß vorbestellt worden, die nun mit der Lieferung der beiden druckfrischen Bände nach Flechtingen an die Besteller ausgereicht werden.

Klaus-D. Kagelmanns Ziel ist ehrgeizig: Er möchte seine Sammelreihe auf alle Orte des Landkreises Börde ausdehnen. Darum gilt sein Interesse nach Band 1: Sagen zwischen Ohre und Felsenberg aus der Niederen Börde, Band 2: Sagen zwischen Beber und Wartberg, Band 3 und 4: Sagen zwischen Drömling und Börde aus der Verbandsgemeinde Flechtingen als nächstes den Orten der Oberen Aller.

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