Rätzlingen l Elke und Peter Hartwig hatten symbolisch den Vogel abgeschossen. Das Ehepaar übernahm den Schmuck von Andrea und Walter Brandt, dem Köningspaar aus 2017. „Ihr habt uns wunderbar im Ausland und auch im Inland vertreten“, sagte schmunzelnd Ralf-Peter Segeler, der Vorsitzende des Rätzlinger Vereins. Mit einem dreifachen „Gut Schuss“ bedankten sich die Schützen beim ausgedienten Königspaar.

Nach den gezielten Schüssen ins Schwarze sind nun Elke und Peter Hartwig für ein Jahr die Repräsentanten des Vereins. Mit Schießscheiben und der Ehre, die schweren Königsketten tragen zu dürfen, wurden die Majestäten von Segeler für ihre treffsicheren Künste ausgezeichnet.

Als Fahnenträger hielt Torsten Lemke die Stange samt Banner hoch, während Eberhard Meyer als Kommandeur die Führung übernahm. „Wir freuen uns immer sehr, dass uns die befreunden Vereine die Treue halten“, betonte der Chef der Schützen. Janett Segeler vertrat ihren Vater Ralf-Peter Segeler. Freunde aus den Vereinen Flechtingen, Erxleben, Velsdorf, Wegenstedt, Oebisfelde und aus dem niedersächsischen Rickensdorf schlossen sich den heimischen Schützen an.

Der Schützenverein wurde 1991 neu gegründet. „Ich bin stolz auf unseren Verein. Jeder, der Lust auf Geselligkeit hat, ist bei uns willkommen. Besondere Fähigkeiten sind nicht notwendig. Nur der Spaß am Schießsport und an der Gemeinschaft sind wichtig“, sagte Segeler. Auch Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens schloss sich dem Umzug an und sagte: „Es ist eine tolle Sache für Rätzlingen, einen so engagierten Verein mit vielen zuverlässigen Mitgliedern zu haben.“

Beim geselligen Beieinander am Familiennachmittag hatten am Tag zuvor auch die Kinder und Jugendlichen bewiesen, dass sie mit dem Lasergewehr treffen können. Außerdem gab es Wettbewerbe im Bogenschießen und Büchsenwerfen.

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Schau der schönsten Kleider

Der Aufmarsch der Schützen glich einer Schau der schönsten Kleider. Nur dass nicht die Frauen und Männer des gastgebenden Vereins und deren Schützenfreunde Uniformen mit glänzendem Schmuck trugen, sondern auch die angereisten Schützenfreunde stellten ihre Orden und Ketten zur Schau. Der Weg der treffsicheren Gemeinschaft führte vom Schützenhaus, wo die Schalmeienkapelle aus Wassensdorf den Takt angab, zum Kriegerdenkmal. Dort legten die Majestäten einen Kranz zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten des Ortes nieder.

Nach dem Festumzug gab es ein Beisammensein unter der Terrasse. Sehr gut besucht war das Frühstückessen. Die Gastgeber hatten über 100 Portionen Wurst nach Hausmacherart zur Stärkung bereitgestellt. Zu den Frühstücksgästen gehörten die Senioren des Dorfes und die Vertreter vieler Vereine. Die Börde Musikanten spielten dazu.

„Ortschronist Günter Riedel, der auch der Vorsitzende des Geschichtsvereins ist, hat uns eine Kopie der Gründungsurkunde des Schützenvereins von 1898 geschenkt“, sagte Vereinschef Segeler und präsentierte stolz das Dokument.