Rätzlingen l Es ist ein Rekord. „Über 100 Rätzlinger und deren Freunde sind zur Grünkohlwanderung angemeldet. Es hat sich herumgesprochen, dass unsere Wanderungen sehr interessant und gesellig sind.“, sagt Christa Still vom Schützenverein Rätzlingen. Vor dem Start der 18. Grünkohltour verteilen Frauen der treffsicheren Gemeinschaft für alle Wanderfreunde kleine Schnapsflaschen. „Es sind wieder einige Leute dazu gekommen. Viel mehr bekommen wir gar nicht im Schützenhaus unter. Aber wir rücken dicht zusammen“, verkündet Vereinsvorsitzender Ralf-Peter Segeler bei der Begrüßung. Der Chef des Schützenvolkes hofft, dass der Regen nicht stärker wird.

Wegen des Regens hat Segeler spontan die Route geändert. „Wir gehen trockenen Fußes den Damm runter. Rast machen wir am alten Melkstand, da haben wir ein Dach über dem Kopf. Dann wandern wir zur neu gebauten Allerkanalbrücke und wieder zurück“, beschreibt der Vereinschef, der mit seinem Fahrzeug und Anhänger an jedem Haltepunkt auf die Wanderer wartet.

Das Besondere in diesem Jahr ist, dass gleich drei Kinderwagen in der Gruppe fahren. In einem liegt der 14 Wochen alte Johann, der abwechselnd von seiner Mutter Jenny Gieke sowie den Großeltern Diana und Gerhard Gieke geschoben wird. Die junge Mutter erklärt: „Ich bin in Rätzlingen groß geworden. Da bin ich als Kind schon immer mit den Schützen gewandert.“ Fünf Monate alt ist Liara, die im Wagen von Melanie und Markus Hars mitfährt. „Leise muss niemand sein. Liara hat drei große Brüder, da ist sie es gewohnt, dass es manchmal etwas lauter ist“, verrät Melanie Hars und erzählt, dass sie oft mit der Babykutsche im Drömling unterwegs ist. Isabell Zauske und David Steacker haben ihren Nachwuchs, ihren elf Wochen alten Sohn Jonte Steacker im Wagen dabei. Auch Isaball Zauske ist schon seit ihrer Kindheit im Schützenverein aktiv. Walter Büttner ist sportlich und mit 78 Jahren der älteste Wanderer, dem aber niemand sein Alter ansieht.

Die gut gelaunte Truppe legt eine Pause an der neu geschaffenen Weidezentrale zum „Tanken“ ein. Mit ein paar Handgriffen packen die Schützen alle Utensilien aus. Weiter geht der Fußmarsch. Nach der etwa neun Kilometer langen Tour kommen alle im Schützenheim an. Pünktlich steht der Grünkohl und die Bregenwurst auf den Tischen. Später gibt es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.

Die letzten Gäste gehen erst spät am Abend nach Hause und versprechen, im nächsten Jahr wieder mitzuwandern.