Calvörde l Michael Lange, Teamleiter der Einrichtung „Wohnen und Leben“ in Calvörde, die zur Evangelischen Stiftung Neinstedt gehört, hieß die Gäste aus Neinstedt, Wolmirstedt, Halberstadt und aus vielen Orten der Region willkommen und bedankte sich bei allen Unterstützern, Freunden und Spendern.

Stephan Zwick vom kaufmännischen Vorstand der Stiftung überbrachte Grüße von Hans Jaekel, diakonisch-pädagogischer Vorstand der Stiftung. Zwick erzählte von seinem zwölfjährigen Sohn, der als Leichtathlet stets Medaillen als Siegerpreise von Wettkämpfen mitbringt. „Ich war beim 800-Meter-Lauf. Er gewann, weil er nicht nach hinten geguckt hat, sondern nur nach vorn“, beschrieb Zwick und erklärte, dass Apostel Paulus es ähnlich gesehen habe. Paulus habe auch gesagt, dass man nicht problem- orientiert nach hinten, sondern zielorientiert nach vorn schauen muss. „Geht auf das Ziel zu!“, animierte Zwick.

Behinderte ziehen 2017 nach Etingen

Ein Ziel der Stiftung ist der Umbau eines Bauernhofes in Etingen zu einem Wohnheim. „Dort ist noch eine große Baustelle. Es taucht leider immer wieder ein fauler Balken auf. Oder auch andere Sachen treten bei dem Altbau auf, die so nicht geplant sind. Aber wir bauen fertig – das ist gar keine Frage. Irgendwann in der zweiten Jahreshälfte – vielleicht schon im September – werden dort Menschen einziehen, die mit euch zusammen eine Gruppe bilden“, blickte Zwick voraus. Es sei für die Stiftung wichtig, dass mit dem Standort Calvörde und Etingen diese Region stärker wird.

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Zwick berichtete auch über Neuigkeiten aus Neinstedt. Die Stiftung hat alle Kindertagesstätten und Horte der Stadt Thale in Trägerschaft genommen. Es sind etwa 1 000 Kinder. „Die Kinderbetreuung ist neben der Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu einem ganz wichtigen Bereich geworden. Es ist schön, dass wir an dieser Stelle wieder an das anknüpfen können, was damals Philipp von Nathusius getan hat. Er hatte ein Knabenrettungshaus gegründet. Diese Tradition dürfen wir jetzt auch ein Stück wieder belegen. Unter anderem auch mit den 26 jugendlichen Flüchtlingen, die ohne Eltern aus Indien, aus Afghanistan oder Syrien den Weg zu uns gefunden haben und nun in unserer Einrichtung wohnen“, schilderte er.

Vor 14 Jahren zogen zwölf Menschen mit geistiger Behinderung aus dem Schloss Detzel nach Calvörde. Inzwischen leben dort 44 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters in beiden Häusern und dem „Intensiv Betreuten Wohnen“ in der Siedlung in Calvörde.

Ehrung der kirchlichen Einrichtung

Zu den Höhepunkten des Festes gehörte die Ehrung der Wohnjubilare mit Urkunden und Geschenken. Claudia Jentzsch wohnt seit 40 Jahren in den Häusern der kirchlichen Einrichtung. Dagmar Steege lebt seit zehn Jahren in Calvörde. Nach der Ehrung traten die Bewohner und Mitarbeiter des „Intensiv betreuten Wohnens“ als „Kelly-Family“ auf und heizten das Publikum an. Zirkusatmosphäre kam auf, als Antje Hildebrandt, alias Clowndame Ringel gemeinsam mit Michele Costi, dem gefallenen Prinzen Puzu, das Publikum begeisterte. Es gab wagemutige Akrobaten, atemberaubende Zauberer, geschickte Jongleure, fliegende Schweine und brennende Luft zu bewundern.