Haldensleben l „Beim Unterlegen der Windel immer mit der Hand unter den Oberschenkel greifen und dann leicht anheben.“ Stefan Ert demonstriert diesen hüftschonenden Griff gekonnt an einer Babypuppe. Dann dürfen die Mädchen, die sich zum ersten Baysitter-Kurs des Jugendrotkreuz‘ Sachsen-Anhalt in Haldensleben angemeldet haben, es selbst ausprobieren. Ert, seit 33 Jahren beim DRK, gibt immer wieder Hilfestellung und wertvolle Tipps, wie „Hildi“, wie die Puppe von den Teilnehmerinnen liebevoll getauft wurde, richtig gewindelt werden sollte. Und dies nicht nur schnell mit den Einwegwindeln von Pampers & Co.. „Viele Mütter verwenden heutzutage auch wieder Stoffwindeln“, weiß Ert. Deshalb zeigt er auch, wie mit Baumwolltüchern und dem obligatorischen Windelhöschen gearbeitet werden sollte, damit die Kleinen nicht nur wieder sauber und trocken werden, sondern im Fall der Fälle auch nichts daneben läuft.

An drei Tagen durchliefen allerdings nur sechs Teilnehmerinnen den dreitägigen Kurs, wobei Kirsten Hartmann nicht schlecht darüber staunte, wer sich dafür angemeldet hatte: drei Freundinnen aus Halberstadt sowie drei Mädchen aus Halle und Magdeburg. Dabei hatten die Referenten des DRK erstmals Haldensleben auserkoren, weil es solch ein Angebot hier bislang noch nicht gegeben hatte. Normalerweise, so Kirsten Hartmann, stoßen die Babysitter-Kurse auf mehr Resonanz. 15 Teilnehmer seien die Regel. Denn neben vielen Tipps und Tricks der DRK-Profis zum Umgang mit Kleinstkindern erhalten alle auch umfangreiche Seminarunterlagen und eine DVD. Im Preis enthalten ist außerdem die Unterbringung samt Vollpension - diesmal in der Haldensleber Jugendherberge. Das Positive am Seminar-Wochenende in Haldensleben: Die angehenden Babysitterinjnen konnten nun noch intensiver auf ihren künftigen Freizeit-Job vorbereitet werden.

Theoretischer Teil

Neben der Praxis absolvierten die Schülerinnen einen umfangreichen theoretischen Teil. Dabei erarbeiteten sie sich mit den Referenten verschiedene Themen: von der sozial-emotionalen über die körperlich-motorische bis hin zur geistig-sprachlichen Entwicklung der Kinder, über deren Bedürfnisse, wie darauf spielerisch eingegangen werden kann und welche Schwierigkeiten auftreten können. Besprochen wurden außerdem Pflege, gesunde Ernährung und Unfallverhütung. Am Ende des Seminars gab es für die Mädchen ein Zertifikat, dass sie den Kurs erfolgreich absolviert haben. „Das gibt Eltern die Sicherheit, dass sie ihr Kind in verantwortungsbewusste Hände geben“, schätzt Kirstin Hartmann ein, die ihre Teilnehmerinnen lobte: „Alle haben sehr gut mitgearbeitet.“

Für Emilia aus Halle ist der Wochenendkurs ebenfalls sehr positiv verlaufen: „Es ist eine sehr entspannte Atmosphäre mit der kleine Gruppe“, sagt sie. „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, gerade was ich in einem Notfall machen muss. Das gibt Sicherheit“, so die 15-Jährige, die es einfach nur „cool“ findet, sich mit Kindern zu beschäftigen und sich damit ganz nebenbei ihr Taschengeld aufzubessen.