Calvörde l „Nach der Beendigung der zwölften Klasse wollte ich etwas anderes machen als Lernen. Ich wollte etwas Soziales leisten. Über das Deutsche Rote Kreuz habe ich mich für eine Stelle im freiwilligen Dienst beworben. Mein Wunsch war es, in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung tätig zu werden. Ich bekam mehrere Vorschläge und entschied mich für die Evangelische Stiftung in Calvörde, weil es für mich auch relativ ortsnah ist“, erklärte der 19-jährige Bülstringer.

Bevor er seinen Dienst antrat, arbeitete er einen Vormittag lang zur Probe in der Einrichtung. „Danach habe ich gleich zugesagt“, erinnerte sich der junge Mann. „Wir sind sehr froh, dass Moritz sich für uns entschieden hat. Es hat von Anfang an gestimmt. Er hat sich gleich super gut eingebracht und Interesse für unsere Bewohner gezeigt“, sagte Teamleiter Michael Lange.

Leiter lobt Engagement

Der Leiter der Wohnhäuser beschrieb ihn als sehr wissbegierig und motiviert. „Moritz hat bei den Kollegen hinterfragt, was es für Aufgaben und Arbeitsinhalte gibt und hat diese dann auch schnell umsetzen können und so auch in bestimmten Bereichen selbständig gearbeitet“, schilderte der Chef der Einrichtung. Lange erzählte, dass es ihm in seiner Jugend ähnlich erging. „Ich habe auch erst über meinen Zivildienst in das Berufsfeld Gesundheitswesen rein schnuppern können. So habe ich meinen jetzigen Job kennen und lieben gelernt. Peu à peu habe ich mich immer weiter gebildet“, erinnerte sich der Teamleiter.

Die Hauptaufgaben der Freiwilligen sind vorwiegend in der Teilhabeassistenz zu sehen. „Im Bundesteilhabegesetz wird geregelt, dass Menschen mit Behinderung ein Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben. Das heißt, wir unterstützen und betreuen die Bewohner, die hier ihr Zuhause haben, im alltäglichen Leben in allen Belangen, wie bei Arztbesuchen oder leisten ihnen in ihrer Freizeit Gesellschaft“, erklärte Lange. So begleitete Moritz Körtge in der letzten Woche Holger Zabel, einem Bewohner der „Villa Johanne“ nach Berlin, um dort dessen Verwandte zu besuchen. „Vorher waren einige Bewohner und ich noch in Neinstedt zum Open Air Konzert der Randfichten und einiger regionaler Bands“, erzählte der junge Mann, der seit August 2018 seinen Dienst absolviert.

Freuen über Kleinigkeiten

„Es sind coole Erfahrungen, die ich hier sammle“, fasste er zusammen. Im Besonderen schätzt er die Dankbarkeit der Bewohner, die sich über Kleinigkeiten freuen. „Man wird in vielen Belangen selbständiger. Ein gewisser Reifeprozess hat wohl bei mir eingesetzt“, zieht er Bilanz. Auf seinem Dienstplan steht demnächst die Begleitung einer Urlaubsgemeinschaft. Es geht an die Ostsee nach Rerik. Bis Ende Juli steht der Bülstringer in der Einrichtung noch seinen Mann. Dann möchte er eine Ausbildung bei der Polizei absolvieren. Gern hätte Lange auch Moritz Körtge überredet, die Heilerziehungspflegeschule in Neinstedt zu besuchen.

Es sei überaus wichtig, dass Freiwillige die Teams der Einrichtung mit ihrem sozialen Engagement unterstützen. „So haben wir die Möglichkeit, den Bewohnern noch ein bisschen mehr Zuwendung zuteil werden zu lassen, also eine intensivere Begleitung im Alltag zu realisieren, seien es einfach nur Wege mit den Bewohnern zum Einkaufen oder Spaziergänge“, beschrieb der Leiter der Wohnheime. Die Freiwilligen sollen Bestandteil des Teams werden.

Immer Freiwillige gesucht

„Moritz ist hier immer willkommen und zu allen Festen, die anstehen, eingeladen“, betonte Lange. Die nächste Festlichkeit ist das Sommerfest am Sonnabend, 15. Juni, ab 14.30 Uhr. Zusätzlich feiern die Bewohner, Mitarbeiter und Gäste das 20-jährige Bestehen der „Villa Johanne“. Dann wird der Freiwillige wieder die Mitarbeiter tatkräftig unterstützen.

Wer Interesse hat, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder auch den Bundesfreiwilligendienst in der Calvörder Einrichtung zu absolvieren, kann sich direkt beim Teamleiter unter Telefon 039051/ 98269 oder auch bei Patricia Eichler unter Telefon 03947/99201 informieren sowie per Mail unter patricia.eichler@neinstedt.de bewerben.