Grauingen l Ausgerechnet an ihrem 18. Geburtstag sticht sich die schöne Prinzessin, alias Luci Hagedorn, mit einer Spindel in den Finger. Eigentlich nicht weiter schlimm und mit einem Pflaster zu kurieren – wäre da nicht eine beleidigte Leberwurst von Fee gewesen, die sie bei ihrer Taufe verflucht hat. Und das alles nur, weil eben diese Fee nicht auf der Gästeliste stand. Puh, manche Fabelwesen sind wirklich nachtragend. Zum Glück hat eine dem Königshaus wohl gesonnene Fee das Schlimmste verhindert. Und so fällt Dornröschen beim Spindelstich nicht gleich tot um, sondern nur in einen tiefen Schlaf. Und mit ihr der gesamte Hofstaat.

Was zunächst erholsam klingt, ist auf Dauer ganz schön langweilig. Die dichte Rosenhecke rund um das Schloss macht es Bent Waeke, der den Prinzen und somit den Helden spielt, aber nicht gerade leicht, die Angebetete zu retten.

Durch diese Geschichte von Wilhelm und Jacob Grimm führt Kita-Leiterin Stefanie Heidemann. Der Prinz kämpft sich durch die Hecke. Spontan entscheidet sich der Jüngling, die hübsche Königstochter doch nicht - jedenfalls nicht vor so viel Publikum – zu küssen. Und so geschieht es, dass Dornröschen auch ohne Kuss aufwacht. Sie schnappt sich den Helden gleich zum Tanzen. Mit ihnen schwingt der ganze Hofstaat, der wieder putzmunter ist, die Hüften.

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Zu den Gästen zählt auch Flechtingens Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß (parteilos). Obwohl er in seinem Haushalt nicht einen goldenen Teller im Schrank hat, ist er gut gelaunt und gibt den kleinen Stars tosenden Beifall. Vielleicht kann er ja eine der guten Feen für sein Reich gewinnen und die Wunschliste seiner Ratsherren mit Zauberkraft abarbeiten. Mehr als drei Wünsche hat sicher auch Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) für seine Gemeinde. Er lobt die Kinder und das Team der Einrichtung. „Gemeinsam etwas zu tun und für einander da zu sein - das ist eine Art Weihnachtsbotschaft“, beschreibt Schliephake und überreicht eine kleine Zuwendung, damit sich die Kinder einen Wunsch erfüllen können. Wie gut, dass es in der Einrichtung nur brave Mädchen und Jungen gibt, so kann auch der Weihnachtsmann die Kinder beschenken.