Calvörde l Die Wassersportler im Calvörder Sportboothafen können den Frühling kaum erwarten. Mit vereinten Kräften und der Hebetechnik gilt es, das zwölf Meter lange und etwa 400 Kilogramm schwere Drachenboot wieder ins Wasser des Mittellandkanals zu setzen. Gut gelaunt packen die Frauen und Männer tatkräftig zu. Nach einer halben Stunde ist es vollbracht. Das Boot, das die Wassersportler auf den Namen „Kanalbiber“ getauft hatten, schwimmt. Andreas Zelmer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, bringt das Drachenboot in Position. Und auch die beiden Tretboote kommen zurück an ihre Plätze.

Tobias Wachsmann, der neugewählte Vorsitzende des Vereins, blickt auf 2018: „In diesem Jahr haben die Wassersportler mit einem Hafenfest etwas ganz besonderes auf dem Plan.“ Das Theaterschiff „SPERANTOS – die schwimmende Bühne Europas“ wird am Pfingstsonntag, 20. Mai, im Sportboothafen einen Zwischenstopp einlegen. Junge Europäer aus Kunst, Wissenschaft und Handwerk durchqueren 2018 mit einem selbst gebauten Katamaran Europa von Berlin an das Schwarze Meer.

75 Häfen werden angelaufen

Das Künstlerboot startet am Donnerstag, 17. Mai, in Berlin. Der gemeinnützige Verein Projekt Doritzki für darstellende Kunst und Meer und bluetECO, ein Interessenverband von Umweltingenieuren, führen gemeinsam die „Bootschaft“ im Sommer 2018 durch. Ziel ist es, Europa in seinem Herzen von Westen nach Osten zu durchqueren und dabei ein Netzwerk vieler Sympathisanten für Kunst und Wasser zu bilden. Die Künstler wollen eine 3600 Kilometer weite Strecke auf dem Wasser zurücklegen. Der Sportboothafen ist einer von 75 Häfen.

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Zur Crew gehören an diesem Tag die Artisten von Villazirkus Bonini. Kristin Klatt, Mitarbeiterin der Evangelischen Stiftung Neinstedt, leitet seit über zehn Jahren das Projekt in der Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung mit Unterstützung von Clownsdame Ringel, alias Antje Hildebrand vom Circus Knopf. Im Hafen soll ein kleines Zirkuszelt aufgebaut werden. Gäste aus der ganzen Welt sind willkommen.

Erste Gäste sind schon da

Doch bis die Besucher anreisen, ist noch viel zu tun. „Das Wasser läuft. Wir müssen nur noch den Hahn dicht bekommen. Dazu brauchen wir noch einen Handwerker zur Unterstützung. Wir wollen die Container und den Bootssteg abspritzen und so wieder zum Glänzen bringen“, zählt Wachsmann die Tagesaufgaben auf.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn die ersten Übernachtungsgäste sind schon da. Neu angeschafft wurden Bänke. Jeden Mittwoch um 17 Uhr treffen sich die Wassersportler des Vereins, der insgesamt 38 Mitglieder hat. Ab April wird wieder mit dem Drachenboot gepaddelt. „Wer Lust hat, kann mal zum Schnuppern mit uns paddeln“, lädt der Vereinsvorsitzende ein. Wer im Verein mitwirken möchte, muss kein Bootsbesitzer sein. Spaß am Wassersport und die Mitgestaltung des Vereinslebens sind wichtig. „Gerade zum Drachenbootfahren sind viele Frauen, Männer und Jugendliche, die Freude am Paddeln und an der Gemeinsamkeit haben, vonnöten“, weiß Wachsmann.