Hakenstedt l Längst ist die Hakenstedter Marienkirche nicht nur ein kirchliches, sondern auch ein kulturelles Zentrum für den Ort. Der rührige Gemeindekirchenrat kümmert sich nicht nur um Gottesdienste, sondern auch um Konzerte und Lesungen, Aufführungen und gemütliche Beisammenseins.

Doch wohin, wenn so eine Veranstaltung schon mal länger dauert und die Notdurft der Besucher und Akteure ihr Recht verlangt. Das nebenliegende Gebäude der Gemeinde mit der Kindertagesstätte bietet im Notfall ein stilles Örtchen. Das aber befindet sich oben und ist nur über eine recht steile Treppe zu erreichen. Für viele, gerade ältere oder behinderte Besucher der Veranstaltungen ist dieser Weg beschwerlich, manchmal gar nicht zu nehmen.

Kirchenälteste Daniela Gellert wünscht sich deshalb schon seit längerem ein stilles Örtchen für die Marienkirche. „Jahrelang haben wir gekämpft“, sagt sie. Immer wieder mal wurde Anlauf genommen, um das recht ehrgeizige Projekt umsetzten zu können. Standorte auf dem Kirchhof wurden geprüft, vermessen und wieder verworfen, Anträge auf Förderung für das Bauprojekt gestellt. Jetzt endlich konnte der Startschuss für den kleinen Sanitärtrakt fallen.

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Eigenmittel reichen noch nicht

Die Landeskirche und der Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt unterstützen die Bemühungen der Hakenstedter Kirchengemeinde, die schon fleißig Eigenmittel gesammelt hat. „Doch es reicht noch nicht“, sagt Daniela Gellert. Die Werbetrommel müsse noch kräftig gerührt werden, um den begonnenen Bau beenden und vollständig abrechnen zu können.

Das kleine Häuschen entsteht südöstlich neben der Kirche. Drei Räume, behindertengerechte WC für Frauen und Männer sowie eine Abstellkammer für Sitzgarnituren und ähnliches, sollen entstehen.

Die Bodenplatte ist bereits gut erkennbar, in dieser Woche erfolgten die ersten Maurerarbeiten auf dem Fundament. „Es geht voran“, freut sich Daniela Gellert. Um das Projekt finanziell absichern zu können, möchte sie noch einmal in den Hakenstedter Haushalten um Unterstützung bitten. Da hat sie schon einmal recht erfolgreich gemacht.

Auch am 7. Dezember, wenn das Quartett Supcooltour sich angekündigt hat, soll eine Spendenbüchse speziell für das Toilettenhäuschen aufgestellt werden. So wie zuvor schon viele Male auch. Dafür war eigens eine Sparbüchse gebaut worden

Die monatliche Runde der Frauenhilfe, die sich in diesem Monat in der Winterkirche zum adventlichen Basteln zusammengefunden hatte, begrüßt das Engagement für den Anbau. Für sie wäre es wirkliche eine Erleichterung, die Toilette gleich nebenan nutzen zu können, ohne mühsam die steile Treppe zum Feuerwehrraum im Gemeinderaum erklimmen zu müssen.

„Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir die Räume dort nutzen können“, so Daniela Gellert. Aber das neue Toilettenhäuschen zu ebener Erde sei für alle von Vorteil. Zum Glück ist der Kirchhof so groß, dass alle Freiluftveranstaltungen wie Feriencamps für Kinder oder Lagerfeuerabende nach wie vor ohne Einschränkungen stattfinden können. „Dafür findet sich immer ein passendes Fleckchen“, meint die Kirchenälteste mit Blick auf das großzügige Gelände rings um die Marienkirche.