Althaldensleben l „Die Stadtteilspaziergänge gibt es seit 2010. Sie finden alle zwei Jahre statt und bieten eine gute Gelegenheit, um auf Vergangenes zurückzublicken, aber auch ein Stück in die Zukunft zu schauen. Dabei nehmen wir gerne Vorschläge und Anregungen entgegen“, erklärte Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler bei der Begrüßung.

Der Rundgang begann an der Ackendorfer Straße / Gräwigstraße - und damit vor dem Neubau, den die Wohnungsbaugesellschaft dort errichtet hat. Einige Bürger wiesen in diesem Zusammenhang auf Glascontainer hin, die dort vor dem Bau gestanden hätten und die sie sich zurückwünschten.

Neben Vertretern der Stadtverwaltung, des Stadtrates und verschiedenen Bürgern nahmen auch Vertreter der Wohnungsunternehmen und der Polizei teil.

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Gebäudeabriss

Die zweite Station befand sich an der Straße „An der Bever“. Bauamtsleiter Holger Waldmann wies darauf hin, dass die Stadt dort ein leerstehendes Gebäude hat abreißen lassen. Für knapp 60.000 Euro wurden darüber hinaus Parkplätze angelegt und eine Mauer saniert. Dabei kamen 40.000 Euro Fördermittel zum Einsatz. Für das Jahr 2021 sei darüber hinaus ein Ausbau der Straße vorgesehen. In diesem Zusammenhang solle ein direkter Zugang zum Landschaftspark entstehen.

An der Waldstraße besichtigten die Teilnehmer unter der Führung von Petra Albrecht, der Leiterin der Abteilung Stadtplanung, ein neues Wohnheim für Berufsschüler.

Als Nächstes stand die Skateranlage in der Nähe der Jugendmühle auf dem Programm. Wie Holger Waldmann informierte, hat die Stadt hier für rund 22.000 Euro eine neue Halfpipe gebaut. Das Vorhaben wurde mit 14.600 Euro gefördert.

Neubau des Pennymarktes

Gute Nachrichten gab es darüber hinaus bezüglich des Marktzentrums. Der dort befindliche Penny-Markt soll laut Petra Albrecht zwischen Frühjahr und Herbst 2019 neu gebaut werden. Der entsprechende Antrag liege vor. Außerdem sei die Stadt mit dem Eigentümer im Gespräch, „um eventuell die Grünanlagen neu zu gestalten und dadurch die Aufenthaltsqualität zu erhöhen“. „Auf jeden Fall müssen hier Sitzplätze hin“, betonte eine Bürgerin. Gerade ältere Menschen benötigten eine Möglichkeit, um sich nach dem Einkauf auszuruhen. Petra Albrecht betonte jedoch, dass es sich nicht um ein städtisches Grundstück handele. Deshalb lägen solche Entscheidungen in der Hand des Eigentümers.

Einen besonders umfangreichen Teil des Rundgangs nahm die Große Straße ein. Dort warteten bereits mehrere Anwohner auf die Vertreter der Verwaltung. Wie Pressesprecher Lutz Zimmermann informiert, plant die Stadt in der Großen Straße umfangreiche Maßnahmen. Sie sollen in zwei Bauabschnitten in den Jahren 2019 und 2020 umgesetzt werden. Vorgesehen seien unter anderem eine Erneuerung der Straßenbeleuchtung und der Gehwege - sowie ein grundhafter Ausbau der Fahrbahn. Die Gesamtkosten werden laut Zimmermann auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt. Im November solle zum ersten Mal über das Projekt im Bauausschuss öffentlich beraten werden.

Kritik an Straßenausbau

Doch die Anwohner wünschen sich möglichst schnell nähere Informationen. Denn im Fall eines grundhaften Ausbaus müssen sie sich in Form von Anliegerbeiträgen an den Kosten beteiligen. Sie verlangten von Sabine Wendler und Holger Waldmann weitere Auskünfte. „Ich habe eine kleine Rendite und noch einen Kredit auf dem Haus. Ich weiß nicht, wie ich das bezahlen soll“, betonte eine Anwohnerin. Ein anderer monierte, dass eventuelle Fördermittel sich nur auf den Kostenanteil der Stadt bezögen - nicht auf den der Anwohner. Außerdem handele es sich keineswegs um eine Straße mit starkem innerörtlichem Verkehr, sondern um eine Durchgangsstraße. Mit dieser Klassifizierung hängt zusammen, wie stark sich Anlieger an den Kosten beteiligen müssen.

Mehrere Grundstückseigentümer verwiesen darauf, dass sich an der Bornschen Straße und am Ostergraben wegen ähnlicher Projekte bereits Bürgerinitiativen gebildet haben. Darüber hinaus seien Anliegerbeiträge in mehreren Bundesländern bereits gekippt worden. Holger Waldmann verwies darauf, dass darüber nur das Land entscheiden könne, nicht die Stadt. Sabine Wendler nannte die Sorgen der Bürger „verständlich“. Sie lud alle Anwesenden zur Sitzung des Bauausschusses ein und betonte, dass solche Baumaßnahmen künftig frühzeitig im Stadtanzeiger vorgestellt würden.

Verlangen nach mehr Beteiligung

Einer der Anwesenden verlangte, dass Betroffene aber nicht nur informiert werden sollten. Er verlangte eine Beteiligung, bevor die Pläne beschlossen seien. „Wir können uns alle an den Landtag wenden und Initiativen unterstützen, die das mit den Anliegerbeiträgen ändern wollen. Dann wird auch die Stadt nicht allein gelassen“, betonte eine Bürgerin.

Im weiteren Verlauf der Großen Straße führte der Spaziergang am alten Feuerwehrgelände vorbei. Wie Petra Albrecht informierte, ist auf einem Teil des Areals der Bau eines Kinderspielplatzes angedacht.

Danach ging es weiter zum neu gestalteten Lindenplatz. „Wir hoffen, dass die Bäume durchhalten und die Trockenheit überstehen“, so Holger Waldmann. Mehrere Teilnehmerinnen des Rundgangs erklärten, dass der Platz wirklich schön geworden sei.

Friedhofsmauer saniert

Ähnlich verhielt es sich an der Hinzenbergstraße. Dort hat die Kirchengemeinde die Friedhofsmauer für rund 43.000 Euro sanieren lassen. Auch hier wurde das Ergebnis von mehreren Teilnehmern gelobt. Wie Pfarrer Jens Schmiedchen berichtete habe es eine Förderung von 85 Prozent gegeben. „Den Eigenanteil hatten wir in drei Monaten zusammen. Dafür sind wir den Althaldenslebern sehr dankbar“, so der Pfarrer.

Schlechte Nachrichten gab es dagegen an der Schinkel-Simultan-Kirche. Im Zuge der Neugestaltung des Außengeländes waren hinter dem Gotteshaus zwei Reihen von Pyramideneiben gepflanzt worden. Wie Jens Schmiedchen erinnerte, hat es in der Vergangenheit mehrfach Diebstähle gegeben. Trotz mehrerer Neupflanzungen gab es zum Zeitpunkt des Rundganges nur noch eine Pyramideneibe. „Wir haben uns entschieden, dass wir vorerst keine Bäume mehr nachpflanzen“, so Schmiedchen. Den Abschluss des Stadtteilspaziergangs bildete das Gemeindehaus an der Dieskaustraße. Dieses ist ebenfalls umfangreich saniert worden und dient nun als Einrichtung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.