Haldensleben l Ist die Börde für die Zukunft gewappnet? In welchen Bereichen gibt es Entwicklungspotenzial? Solche und weitere Fragen nimmt der Prognos Zukunftsatlas unter die Lupe. Dort werden die Zukunftschancen und -risiken aller 401 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands aufgelistet. Die Börde platziert sich auf den hinteren Rängen, steht aber deutlich besser da als ihre Nachbarn.

Nach Auswertung der 29 makro- und sozioökonomischen Indikatoren der Untersuchung reiht sich der Landkreis Börde auf Platz 325 von 401 und damit deutschlandweit im letzten Viertel ein. Trotzdem wird die Börde in Hinsicht auf die Zukunft als Landkreis mit „leichten Risiken“ eingestuft. Insgesamt gibt es acht Stufen von „beste Chancen“ bis „sehr hohe Risiken“.

Alle drei Jahre überprüft

Seit dem Jahr 2010 wird der Zukunftsatlas aller drei Jahre herausgegeben, die Börde hat ihren Platz seither in den hinteren Rängen zwischen den Plätzen 345 und 357 verteidigt. In diesem Jahr ist sie um fast 20 Plätze emporgeklettert.

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Untergliedert ist die Untersuchung in sechs Bereiche: Dynamik, Stärke, Demografie, Arbeitsmarkt, Innovation und Wohlstand. Dabei kann die Börde vor allem im Bereich Wohlstand punkten. Mit Rang 182 hat der Landkreis einen guten Platz im deutschlandweiten Vergleich eingenommen. Außerdem wird der Bereich Dynamik im Landkreis relativ hoch eingestuft, dort ist es Platz 220.

Schwächen wiegen schwerer

Doch schwerer als die guten Bereiche wiegen die Schwächen der Börde. In den Punkten Arbeitsmarkt, Stärke, Demografie und Innovation liegt der Landkreis auf den hinteren Rängen. Die Auswertung prognostiziert also keine rosige Zukunft in diesen Bereichen. Doch gerade beim Arbeitsmarkt und der Innovation gibt es Entwicklungschancen für den Landkreis.

Wirft man einen Blick auf die umliegenden Landkreise, steht die Börde sehr gut da. Dem Altmarkkreis Salzwedel als auch dem Jerichower Land werden für die Zukunft „Sehr hohe Risiken“ prognostiziert. Der Landkreis Stendal steht auf dem letzten Platz der Untersuchung, Salzwedel nimmt mit Rang 400 den vorletzten Platz aller untersuchten Kreise und kreisfreien Städte ein, das Jerichower Land landet auf dem drittletzten Platz. Lediglich die Stadt Magdeburg hat bessere Zukunftschancen, sie landet auf Platz 290. Ihr zugute kommen vor allem die Bereiche Demografie und Dynamik.

München auf erstem Platz

Blickt man auf die Zukunftschancen deutschlandweit, ist München auf dem ersten Platz gelandet und auch sonst sieht es für Süddeutschland sehr gut, für die anderen Regionen eher mau aus. Erstmals seit Jahren ist zwar das Feld der Kreise und kreisfreien Städte wieder etwas näher zusammengerückt, doch trotzdem bleiben bekannte regionale Muster bestehen. Wie auch vor drei Jahren zeigt sich ein starkes Süd-Nord-Gefälle: 21 der 25 Top-Standorte liegen in Süddeutschland.

Außerhalb Süddeutschlands schaffen es nur die vier Städte Wolfsburg, Düsseldorf, Hamburg und Münster in die Top 25 – das sind die Regionen mit der höchsten Zukunftsfestigkeit. In Ostdeutschland erreichen lediglich die Städte Dresden, Jena, Potsdam, Berlin und Leipzig die Gruppe der Regionen, in denen die Zukunftschancen überwiegen. Gebiete, in denen die Zukunftsrisiken überwiegen, gibt es auf der anderen Seite sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland.