Haldensleben l 5040 Verkehrsunfälle hat es im Jahr 2018 auf den Straßen im Landkreis Börde gegeben, 147 weniger als im Vorjahr. Bei den meisten Unfällen blieb es zum Glück bei einem Blechschaden. Bei 4502 Zusammenstößen kamen überhaupt keine Menschen zu Schaden. Auch die Zahl der verletzten und getöteten Menschen ist rückläufig. Das Polizeirevier Börde ist für mehr 1300 Straßenkilometer zuständig. Die Autobahnen zählen allerdings nicht dazu. Die Unfälle auf A 2 und A 14 fließen also in die Statistik, die der Leiter des Verkehrseinsatzdienstes, Torsten Großmann, jetzt präsentiert hat, nicht mit ein.

Elf Verkehrstoten im Jahr 2017 stehen neun im Folgejahr gegenüber. „Das ist zwar eine positive Entwicklung, aber natürlich noch immer zu viel“, bilanzierte Großmann. Was den Polizeirat aber durchweg positiv stimmt, ist die deutlich sinkende Anzahl der Schwerverletzten. Dass es 33 Schwerverletzte weniger gab, hätte zahlreiche Gründe. Zum einen würde die technische Ausstattung von Fahrzeugen immer besser werden. Ob Spurhalteassistent, Abstandsassistent oder Bremsunterstützung, die moderne Technik wäre immer mehr darauf ausgelegt, Unfälle zu vermeiden. Aber auch die regelmäßigen Kontrollen der Polizei würden ihren Teil zu den sinkenden Unfallzahlen beitragen, ist sich Torsten Großmann sicher. Da weiterhin die Unfallursache Nummer 1 in der Börde zu hohe Geschwindigkeit sei, würde man auch weiterhin darauf sein Augenmerk legen. Zur zweithäufigsten Unfallursache hat sich die Missachtung der Vorfahrt entwickelt. Im Vorjahr war zu geringer Abstand noch auf Platz zwei.

Drei Schwerpunkte ausgemacht

Auch der verhältnismäßig deutliche Anstieg bei den leicht verletzten Personen könne zum Teil durch die verbesserten Sicherheitssysteme in neuen Autos erklärt werden. „Wenn die Zahl der Schwerverletzten sinkt, steigt natürlich die Zahl der Leichtverletzten, weil sie dann in diese Kategorie fallen.“

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An drei neuralgischen Punkten haben sich die Verkehrsunfälle im Jahr 2018 gehäuft. Als Unfallschwerpunkte hat die Polizei dabei den Kreisverkehr der B 189 vor Colbitz, die Kreuzung der B 1 und der Kreisstraße 1146 in Richtung Ostingersleben sowie die Kreuzung Ebendorfer Chaussee/Otto-von-Guericke-Alle im Barleber Industriegebiet ausgemacht. Auf Vorschlag der Unfallkommission sind hier bereits zahlreiche Veränderungen vorgenommen worden. So wurden in Barleben und Ostingersleben Vorfahrtsschilder durch Stoppschilder ersetzt.

Pilotprojekt bei Barneberg

Ein großes Problem in einem Flächenlandkreis wie der Börde bilden nach wie vor die Wildunfälle. 1613 mal hat es 2018 zwischen wilden Tieren und Fahrzeugen gekracht. Ein Problem, das sich seit Jahren auf konstant hohem Niveau hält. Mit unterschiedlichen Methoden versucht die Polizei seit Jahren den Wildunfällen vorzubeugen, ob es durch Wildzäune oder reflektierende Leitpfosten ist. Auf einer Teststrecke an der B 245 a zwischen Barneberg und Hohnsleben an der Landesgrenze zu Niedersachsen wird derzeit ein neues System ausprobiert. Auf dem 2,3 Kilometer langen Teilstück sind zur einen Hälfte besondere Trägerpfosten angebracht. Ein daran befestigtes Gerät gibt einen leisen Pfeifton von sich, der das Wild vor dem Überqueren der Straße warnen soll. Die andere Hälfte der Teststrecke ist nicht damit ausgerüstet. Am Ende dieses Pilotprojektes, vorgesehen ist dafür der 30. Juni 2019, wird dann ausgewertet, ob es eine Minderung der Wildunfälle gegegebn hat.

Auf eine erfreuliche Entwicklung hat Torsten Großmann bei den Fahranfängern hingewiesen. In der Altersgruppe unter 24 Jahren hat die Zahl der Unfallverursacher deutlich abgenommen. Waren 2017 noch 501 Unfälle durch junge Fahrer verursacht worde, waren es im Folgejahr nur noch 443. Das entspricht einem Rückgang von fast zwölf Prozent.