Nordgermersleben l Ein ungewöhnlich hohes Radfahreraufkommen bestimmte am Sonnabend die Straßen und Wege in der Hohen Börde. Aus allen Dörfern hatten sich mehr als 400 Radler aufgemacht, um das Ökobad in Norgermersleben anzusteuern. „Das Wir gewinnt!“ hieß es zum nunmehr siebenten Mal zur „Tour de Börde“.

Während am Zielort die Nordgermersleber Vereine und Bürger, die Feuerwehr und die Ortschaft, das Freiwilligenbüro, der ADFC, die Mitarbeiter des Ökobades, Jugendliche im rollenden „Jule“-Mobil des Kinder- und Jugendbüros und – allen voran – ein unermüdliches Dutzend Bauhofmitarbeiter teils schon in der Vorbereitung schwitzten, planten die Tourenführer in den Orten die Routen in Richtung Nordgermersleben. „Etwa 17 Kilometer waren es“, schätzte beispielsweise Rolf Zimmermann aus Niederndodeleben am Ziel. Auf dem Weg hatten die Niederndodeleber die Radler aus Wellen abgeholt, an der Fahrradboxen am Zielort trafen sie aber auch auf Eichenbarleber, Ackendorfer und so manchen auch aus den anderen Orten.

Besonders für sie war mit Herzblut und Schweiß eine Fest- und Erlebnismeile nahe des Beckenrandes aufgebaut worden. Gutgelaunt begrüßte die Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel die Radfahrer und die anderen Gäste und richtete auch einen besonderen Gruß an den Nordgermersleber Sportverein, der zeitgleich sein 100-jähriges Bestehen feierte. Dann war Zeit, sich nicht nur mit allerhand Leckereien beköstigen zu lassen, sondern auch den Klängen des Sax’n Anhalt Orchesters zu lauschen, in das kühle Nass abzutauchen oder auch die überarbeitete Ausstellung zum „Pfad der Sinne“ im Ökobad zu besuchen.

Bilder

Die Nordgermersleber hatten sich aber als Gastgeber für ihre Gäste auch etwas Besonderes ausgedacht. Dorfmannschaften sollten im Tiefwasser beim Tauziehen ihre Stärke beweisen. „Unser Dorf hat Zukunft“ kommentierte Hilke Neuschrank als Hohenwarsleber Ortsbürgermeisterin lächelnd mit Anspielung auf den im vergangenen Jahr errungenen gleichnamigen Titel den Sieg der „Mannen“ aus ihrem Dorf. Sie sicherten sich den Titel vor den einheimischen Nordgermerslebern und einem Mixed-Team aus Ochtmersleben und Schackensleben. Als Schiedsrichter brillierte Klaus Bösche am Beckenrand.

E-Bike als Hauptgewinn

Den Hauptgewinn bei der Tombola, ein E-Bike im Wert von 2000 Euro, ließen sich die Gastgeber aber nicht aus dem Dorf entführen. Jubeln konnte darüber Sascha Rochlitzer. Und auch die fliederfarbene Schärpe der neuen Holunderhutkönigin blieb in Nordgermersleben oder genauer gesagt im Ortsteil Brumby. Die elfte Hutkönigin heißt Karin Zenk. Die Wahl der Holunderhutkönigin war erneut der Höhepunkt des Holunderblütenfestes, das die Landfrauengruppe „Holli-Holler“ seit einigen Jahren immer mit der „Tour de Börde“ verknüpft. Nicht wegzudenken sind dabei auch die leckeren Holunderküchlein, die die Landfrauen in ihre Backshow zaubern.

Geheim blieb zunächst noch, wer den Fotowettbewerb, den der Kulturausschuss der Gemeinde zur „Tour de Börde“ ausgeschrieben hatte, gewonnen hatte. Die Qual der Wahl zwischen insgesamt 48 Fotos hatten die Gäste vor Ort.

Vorausgesetzt der Kulturausschuss stimmt in einer seiner nächsten Sitzungen zu, wird die Fahrradsternfahrt im kommenden Jahr nach Bebertal führen. Die Bewerbung bekam zumindest bei der diesjährigen Auflage schon sehr viel Zustimmung per Applaus.

Zurück geht der Ursprung der „Tour de Börde“ auf eine Idee, die nach Aussage der Gemeindebürgermeisterin vor etwa sieben Jahren in Zusammenarbeit mit der Otto-Benecke-Stiftung geboren wurde. Zielorte waren in den Jahren seit der Premiere 2013 Schackensleben, Eichenbarleben, Irxleben, Hermsdorf, Wellen, Groß Santersleben und in diesem Jahr Nordgermersleben.