Der freiberufliche Autor Thomas Dörschel hat den Zuschlag für einen dreimonatigen Stipendiatenaufenthalt auf Schloss Hundisburg erhalten. Dieses Stipendium wird vom Kultusministerium ausgeschrieben und dient der Förderung des literarischen künstlerischen Nachwuchses.

Die bundesweite Ausschreibung, die alle drei Jahre für den Literaturbereich erfolgt, richtet sich vorrangig an jüngere Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die mit ihrer Arbeit bereits öffentliche Anerkennung gefunden haben und die mit Hilfe eines Stipendiatenaufenthaltes ein literarisches Projekt zielgerichtet voranbringen wollen. Das Stipendium besteht aus einer finanziellen Unterstützung von 1000 Euro pro Monat. Beworben hatten sich insgesamt 30 Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus dem gesamten Bundesgebiet.

Thomas Dörschel, geboren 1977, lebt und arbeitet als freiberuflicher Texter und Songwriter in Berlin. Während seines Aufenthaltes auf Schloss Hundisburg wird er an der Fertigstellung seiner Kurzgeschichten „Alles andere kann uns egal sein" arbeiten. Thomas Dörschel veröffentlichte bisher Kurzgeschichten in verschiedenen literarischen Zeitschriften und Anthologien. Vom 17. August bis zum 13. November dieses Jahres wird Dörschel in Hundisburg leben und arbeiten, das Weinberghaus steht ihm zur Verfügung. Es steht am Rande des Barockgartens vor dem imposanten Barockschloss Hundisburg.

30 Schriftsteller hatten sich beworben

Das Stipendien-Programm für Hundisburg läuft seit 2009. Von Jahr zu Jahr wechselnd werden Stipendien für Literatur, Komposition und bildende Kunst vergeben. Die erste Stipendiatin in Hundisburg war die Hallenserin Juliane Blech, die hier das Kinderbuch „Das Hörvieh" geschrieben hat. In diesem  Buch gibt es mehrfach Bezüge zu Hundisburg. Rebecca Maria Salentin aus Leipzig kam 2012 als zweite Literatur-Stipendiatin. Sie arbeitete an ihrem dritten Roman „Und Hebron schrie".

Der Komponist Peter Helmut Lang, der aus der Nähe von Stuttgart stammt, hat 2010 ein Vierteljahr lang in Hundisburg gelebt und gearbeitet. Die Komposition, die hier entstand, nannte er „Vanitas", was für Eitelkeit oder auch Vergänglichkeit steht. Die „Vanitas" ist ein typisches Thema der Barockzeit, komponiert im Barockgarten von Hundisburg. Ebenfalls Komponist war der Stipendiat, der 2013 drei Monate im Weinberghaus auf Sichtweite zum Barockschloss leben und arbeiten durfte. Manuel Rodriguez Valenzuela hat in verschiedenen Ländern studiert und gearbeitet und schreibt gegenwärtig für Ensembles in Frankreich und Spanien. Der Komponist lebt in Potsdam.

Patricia Lambertus, eine bildende Künstlerin aus Bremen, erhielt 2011 das Stipendium. Sie gestaltete eine Panoramatapete mit Motiven aus dem Ort und der Region. Auch der Stipendiat 2014 ist ein bildender Künstler. Hannes Uhlenhaut beschäftigt sich eigentlich mit Porzellan, doch in Hundisburg entstanden Arbeiten mit einem Kern aus Styropor, auf den er Gips aufbrachte.

Juliane Blech und Peter Helmut Lang haben übrigens über die Jahre den Kontakt zu Hundisburg und Haldensleben gehalten. Sie haben hier zu Literaturtagen oder zur SommerMusikAkademie  Arbeiten vorgestellt.