Unwetter

Straßen und Feuerwehrhaus saufen nach Starkregen ab

Drei Ortschaften der Hohen Börde von Unwetter besonders stark betroffen / Feuerwehren sind stundenlang im Einsatz

Von Constanze Arendt-Nowak
Mit Manneskraft und Technik mussten  die Ochtmersleber am eigenen Feuerwehrhaus dem Wasser zu Leibe rücken.
Mit Manneskraft und Technik mussten die Ochtmersleber am eigenen Feuerwehrhaus dem Wasser zu Leibe rücken. Foto: Feuerwehr Ochtmersleben

Ochtmersleben/ Eichenbarleben / Wellen - Bei vielen liefen die Vorbereitungen für einen gemütlichen Frühsommerabend bereits, als am Sonnabendnachmittag lokal begrenzt eine Unwetterfront in der Hohen Börde vor allem eins brachte: viel Wasser. Die Ortschaften Wellen, Ochtmersleben und Eichenbarleben waren besonders betroffen, was auch die Kameraden der Feuerwehren auf den Plan rief.

Straßenzüge standen unter Wasser, Gullys waren komplett überfordert. „Die Gullys wurden gezogen, damit das viele Wasser, das teilweise die Feldweg hinunterschoss, abfließen konnte“, beschreibt im Nachhinein der Wellener Ortsbürgermeister René Stürmer, der sich an den Einsatzstellen der Feuerwehr und auch im übrigen Ort ein Bild von der Situation machte. Deshalb traf ihn auch der Anblick, der sich am Biotop in der ehemaligen Badeanstalt bot, besonders hart. „Es war komplett geflutet, aber es hat uns wohl auch gerettet“, erklärte er und verweist dabei auf die tiefere Lage der „Erholungsoase“. Vor allem um Unterstützung beim Auspumpen von Kellern und Grundstücken zu leisten, stellten sich die Irxleber Feuerwehrkameraden an die Seite der Wellener.

Zur Hilfeleistung in Wellen ging der Alarm auch in Ochtmersleben ein. Doch die Kameraden mussten passen, denn im eigenen Ort wurden sie ebenfalls gebraucht. Mehrere Keller waren vollgelaufen und selbst vor und im Gerätehaus hieß es „Land unter“. „Dass mal eine Pfütze bei Starkregen in unserem Gerätehaus stand, haben wir schon gehabt, aber dass es uns so sehr trifft, das gab es noch nie“, erklärt Andreas Wetzig als Ochtmersleber Ortswehrleiter auf Nachfrage. Er spricht von einem Wasserstand von etwa 20 Zentimetern in den Räumen.

Dennoch hieß es für die Kameraden zunächst, auszurücken und an anderer Stelle tätig zu werden. Rund um das Gerätehaus und in der Nähe der Tränke glichen Straßen schlammigen Seenlandschaften und auch in Kellern stand das Wasser. Drei Keller mussten die Feuerwehrkameraden auspumpen und Straßenzüge von Wasser und Schlamm befreien, ehe sie sich im eigenen Gerätehaus der Schadensbegrenzung widmen konnten. Ohne die Unterstützung von benachbarten Wehren ging es aber nicht – so kamen hier auch die Irxleber, Hermsdorfer und Bornstedter Kameraden zum Einsatz, um die Wasserschäden zu begrenzen und Hab und Gut zu retten.

Der Ortswehrleiter lobt ebenso die Unterstützung von ortsansässigen Landwirten und Unternehmen, die sofort mit Technik zur Stelle waren, sowie auch den Einsatz, mit dem Anwohner rund um das Feuerwehrhaus versuchten, den Wassermassen Herr zu werden. „Das ist eine eingeschworene Gemeinschaft“, so Andreas Wetzig. Auch die Stärkung der Kameraden mit geschmierten Schnitten war durch die Anwohner gesichert.

Unterdessen kämpften die Feuerwehrleute im benachbarten Eichenbarleben ebenfalls mit den Fluten. Neuralgische Punkte waren hier die alte Schlossgärtnerei, mehrere Stellen entlang der Bundesstraße 1 (Magdeburger Straße) sowie ein Keller in der Schackensleber Straße. Neben den Eichenbarleber und den Mammendorfer Kameraden waren hier zeitweise auch die Irxleber und die Bornstedter Feuerwehr mit ihrer Technik im Einsatz.

Um die Einsätze an den zahlreichen verschiedenen Stellen besser koordinieren zu können, nahm die Führungsgruppe der Hohen Börde im Einsatzleitwagen, der dezentral im Gerätehaus in Niederndodeleben stationiert wurde, temporär ihre Arbeit auf. Insgesamt war es ein arbeitsreicher Abend, der für einige Kameraden erst nach mehr als sechs Stunden zu Ende war.

Nach dem Starkregen glich auch die alte Schlossgärtnerei in Eichenbarleben einer Seenlandschaft.
Nach dem Starkregen glich auch die alte Schlossgärtnerei in Eichenbarleben einer Seenlandschaft.
Foto: Feuerwehr Eichenbarleben