Lockstedt l In kurzen Abständen fahren Lastwagen mit Sandladungen von der Kiesgrube in Everingen durch Lockstedt in Richtung Bundesstraße (B) 188 zur Baustelle der Ortsumfahrung Oebisfelde und leer wieder zurück. Mit den umfangreichen Bauarbeiten für die Ortsumgehung läuft der Betrieb in der Kiesgrube jetzt auf Hochtouren.

Kopfschüttelnd und teilweise verzweifelt schauen die Lockstedter seit gut zwei Wochen zu, wie die tonnenschweren Fahrzeuge über die Fußwege und Fahrbahnkanten fahren. Dort sind die Spuren nicht zu übersehen. „Das sieht ganz schlimm aus. Die Parkette sind an vielen Stellen kaputt gefahren. Besonders am Park in Lockstedt ist die Straße links und recht verschlammt und die Ränder kaputt, denn die Lkw können nicht so einfach aneinander vorbeifahren“, beschreibt Marlis Baumann.

Unerträgliche Situation

Die Lockstedterin ist nicht die einzige, die die Situation als unerträglich empfindet. An der Straße ist auch die Bushaltestelle. Einige besorgte Eltern bringen aus Angst, weil Lkw auf die Gehwege ausweichen, ihre Kinder zum Bus.

„In Lockstedt sind die Straßen viel zu schmal, wenn sich zwei große Fahrzeuge begegnen, fahren sie die Bordsteine kaputt. An manchen Stellen ist die Straße ja gar nicht von beiden Seiten befestigt. Die Ränder bröckeln dort ab. Die jetzige Situation ist nicht zumutbar. Da muss etwas passieren, dass kann nicht so weiter gehen. Da muss es Gespräche mit der Firma und der Straßenbehörde geben“, sagt Bogumila Jacksch (UWG), Ortsbürgermeisterin von Oebisfelde. Sie wohnt in Lockstedt und hat ihre Bedenken und Forderungen den Stadträten und den Mitarbeitern des Ordnungsamtes vorgetragen.

Einen Termin gab es daraufhin mit Vertretern der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, des Eigenbetriebes Straßenbau und -unterhaltung sowie vom Straßenverkehrsamt des Landkreises Börde in der Einfahrt zur Everinger Kiesgrube. Friedbert Kloß, der in der Sperr- und Unfallkommission des Straßenverkehrsamtes im Landkreis Börde tätig ist, berichtet: „Der Betreiber der Grube ist sehr bemüht, den Unmut der Bürger und auch den entstandenen Schaden zu beseitigen.“

Verkehrsführung ändern

Nach einer Beratung mit allen Beteiligten schlägt Kloß vor, die Verkehrsführung zu ändern. „Die Straße in Lockstedt ist wirklich zu eng. Wenn die Fahrzeuge sich begegnen, müssen sie auf die Parkette ausweichen. Die Ausfahrt aus der Everinger Kiesgrube soll weiter über Lockstedt gehen. Um das Aufeinandertreffen der Laster zu unterbinden, sollen die Lkw bei ihrer Rücktour über die Landesstraße 20 in Rätzlingen wieder nach Everingen fahren“, beschreibt Kloß. Mit der neuen Verkehrsführung werden nun also die leeren Sandtransporter durch Rätzlingen rollen.

Bernd Meinecke, der für die Firma M-Beton Stendal, die zum Bauunternehmen Matthäi gehört, hat die Verantwortung in der Everinger Sandgrube. Er stimmt dem Vorschlag zu. „Wir wollen doch möglichst ökologisch die Anfahrt gestalten. Es ist doch besser, wenn das Material aus der Region kommt, als wenn der Sand von sonst wo her angekarrt wird“, sagt Meinecke. Damit sind alle Anwesenden einverstanden. Verkehrsschilder sollen dementsprechend aufgestellt werden. Gemeinsam fahren die Verantwortlichen die Strecke ab, um sich die Schäden anzusehen.

Schmutz beseitigen

Die Parkette muss der Betreiber – nach den Ausführungen von Kloß – wieder ordnungsgemäß herstellen. Außerdem habe das Unternehmen die Auflage bekommen, bei schlechtem Wetter mit einem Reinigungswagen den Schmutz aufzunehmen. Es wird Sand in großen Mengen – nicht nur an der B 188, sondern auch zum Brückenbau – benötigt. „Bei der Strecke, die ausgeschildert wird, ist der Transportweg und die Belastung am geringsten“, sagt Kloß.

Die Ein- und Ausfahrt zur Kiesgrube soll mit Asphalt befestigt werden. „Damit wollen wir die Verschmutzung der Straße zum größten Teil unterbinden. Wir installieren Sauberfahrzonen. Natürlich wird es auch passieren, dass hier und da Dreck auf die Fahrbahn kommt. Es gibt ja keinen absoluten sterilen Raum“, beschreibt Meinecke. Ab Montag sollen die Lkw die ausgeschilderte Route fahr