Sicherheit

Streit um Standort für Sirene in Bodendorf

In Gefahrensituationen oder bei Naturkatastrophen müssen Bürger schnell gewarnt werden. Dieser Pflicht kommt die Stadt mit neuen und weiteren Sirenen nach. Aber dabei gibt es auch mit Anwohnern immer wieder Unstimmigkeiten, die Lösungen erfordern.

Von Theresa Schiffl
Eine dieser Sirenen, wie sie in Haldensleben in der Nähe des Gasthauses Sporthaus steht, soll auch in Bodendorf installiert werden. Uneinigkeit herrscht noch über den Standort.
Eine dieser Sirenen, wie sie in Haldensleben in der Nähe des Gasthauses Sporthaus steht, soll auch in Bodendorf installiert werden. Uneinigkeit herrscht noch über den Standort. Foto: Theresa Schiffl

Haldensleben - In Bodendorf am Dorfgemeinschaftshaus soll eine Sirene aufgestellt werden. Die Anwohner wollen das aber nicht, da sie den Anblick einer Sirene an gewählten Standort als störend empfinden. Diese Ablehnung sorgte im jüngsten Süplinger Ortschaftsrat für dicke Luft und auch die Ortschaftsräte sind verärgert, wie sich in deren Sitzung zeigte. Ihre Kritik: Sie hätten sich gewünscht, dass sie über den Aufbau der Sirene informiert werden und bei der Standortwahl der Sirene mitsprechen dürfen.

„Es ist keine schöne Sache, dass wir einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, meinte ein Ratsmitglied. Viele Kleinigkeiten würden bis ins Detail zerpflückt und über die Aufstellung der Sirenen wurde nicht gesprochen, so die Ortschaftsräte. Dass die Information über den Neubau nicht bekannt war, wies die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler entschieden zurück.

Denn schon seit vergangenem Jahr werde das Sirenennetz erneuert und erweitert. Dafür würden nun spezielle Modelle aufgebaut, mit denen den Einwohnern auch Informationen mitgeteilt werden können. Für die Sirenen und die Planung wurde das Unternehmen Hörmann beauftragt. Wie ein Mitarbeiter der Firma erklärte, wurde der Standort bewusst gewählt. Die Schallausbreitungsprognose, eine Computersimulation der Ausbreitung des Schalls, habe ergeben, dass sich der Warnton von der Stelle aus am besten im Dorf ausbreitet.

Bei der Planung müsste immer darauf geachtet werden, dass in der Nähe der Sirene nur wenige Bäume sind. Das ist bei dem von den Ortschaftsräten vorgeschlagenen Standort an der Buswendestelle in Bodendorf nicht der Fall. Auch Stadtfeuerwehrleiter Frank Juhl erklärte, dass diese Stelle nicht geeignet sei. Zum einen gebe es zu viele Bäume und zum anderen sei es hier schwierig, an die Sirene heranzukommen, wenn Reparaturen anstehen.

Für ihn ist die Diskussion nicht nachvollziehbar. Das sagte er auch deutlich gegenüber den Ortschaftsratsmitgliedern: „Gebt uns die Chance, euch im Ernstfall zu warnen. Ich verstehe nicht, warum wir darüber diskutieren." Denn aktuell können die Bodendorfer nicht gewarnt werden, da es seit über 20 Jahren keine Sirenen gebe. Diese seien im Zuge der Wende abgebaut worden, wie Juhl erklärte.

Da sich die Debatte als aussichtslos erwies, schlug Ortsbürgermeister Karsten Ulrich ein Treffen mit den Einwohnern vor. So könne man direkt miteinander sprechen und vielleicht sogar eine Alternative finden. Zudem soll erneut eine Schallausbreitungsprognose für einen anderen Standort erstellt werden.