Haldensleben l Als „Willkommensagentur für potentiell Beschäftigte“ hat die Stadtrezeption 2013 ihre Arbeit aufgenommen. Träger des Projektes war das Rationalisierungs- kuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW) Sachsen-Anhalt. Bis 2015 stellte das Ministerium für Arbeit und Soziales Fördermittel dafür bereit.

„In dieser Zeit wurden zirka 80 Fälle bearbeitet, wobei diese von der einfachen Anfrage bis zur Initiierung von Azubi-Wohngemeinschaften oder Ähnlichem über mehrere Monate reichten“, erklärt Stadt-Pressesprecher Lutz Zimmermann. Zu den Zielen gehörte es unter anderem, Arbeitskräften, die nach Haldensleben ziehen wollten, bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung beziehungsweise nach Kita- oder Schulplätzen für die Kinder zu helfen. „Parallel dazu gab es intensive Netzwerkbildung, Öffentlichkeitsarbeit, themenbezogene Veranstaltungen und Kontakte zu den Unternehmen“, führt Lutz Zimmermann aus.

Mittlerweile ist die Förderung jedoch ausgelaufen. Deshalb werde das Projekt derzeit unter dem Titel „Stadtrezeption+“ „im Zuge der laufenden Verwaltung durch die Stadt Haldensleben mit geführt, dies nur als Minimalprogramm. Eine intensive und aktive Bearbeitung des Themas ist personell nicht leistbar“, berichtet Lutz Zimmermann.

Das jedoch soll sich bald ändern. Denn: „Die gesammelten Erfahrungen haben sich zum einen als Standortfaktor erwiesen und positive Effekte erzielt, zum anderen aber auch gezeigt, dass der Kreis für die Tätigkeit einer solchen Agentur räumlich sinnvoll weiter gezogen werden kann.“ So steht es in einer Beschlussvorlage, welcher der Stadtrat zugestimmt hat.

Unter anderem seien deshalb Gespräche mit der Hohen Börde, Wolmirstedt, dem Sülzetal, Barleben, der Niederen Börde und der Verbandsgemeinde Elbe-Heide geführt worden. Dabei sei die Stadt Haldensleben hinsichtlich der Einrichtung einer Regionalrezeption Börde auf Interesse und positive Resonanz gestoßen.

Im entworfenen Kooperationsvertrag steht, dass „eine positive Entwicklung der regionalen Wirtschaft die beste Grundlage dafür“ sei, „die Folgen des demographischen Wandels im ländlichen Raum zu mindern und die Region weiterhin attraktiv zu halten.“

Neben einer guten Infrastruktur sei die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte dafür eine Schlüsselvoraussetzung. Deshalb sollten sich die möglichen Partner gemeinsam für ein aktives Standortmarketing einsetzen.

Unter anderem sollen sich die Gemeinden dazu verpflichten, Informationen für eine lokale Datenbasis zuzuarbeiten und einen Mitarbeiter ihrer Verwaltung als lokalen Ansprechpartner der Regionalrezeption zu benennen. Darüber hinaus sollen sie einen möblierten Raum mit Telefon- und Internetanschluss bereitstellen und „im Rahmen ihrer gemeindlichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie bei Treffen der lokalen Wirtschaft auf das Angebot“ hinweisen.

Bei der Finanzierung sieht der Plan so aus: Die Stadt will einen jährlichen Zuschuss von 10 000 Euro bereitstellen. Nach einer Erprobungsphase sollen sich die weiteren teilnehmenden Gemeinden verpflichten, pro Einwohner 50 Cent im Jahr zu zahlen.

Wie Lutz Zimmermann mitteilt, stünden nun auch Fördermittel aus dem Regio-Programm des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt in Aussicht. „Vor diesem Hintergrund müssen die Gespräche mit den Umlandgemeinden jetzt noch beendet werden, damit das Projekt starten kann“, so der Stadt-Pressesprecher.