Born l 2017 brachten Spezialisten unweit von Born eine Erkundungsbohrung nieder. Mehr über die Ergebnisse und Konsequenzen erfuhren die Borner auf einer Versammlung, zu der der Bürgerverein Born in das Bürgerhaus eingeladen hatte.

Vereinsvorsitzender Christoph Glase stellte zunächst mit Ines Feldberg, Jörg Feldberg und Thorsten Kowalowka Gäste aus dem Kaliwerk Zielitz vor, die die Borner über die Erkundungsbohrung informierten.

Vertreter des Werks informieren

„Projektanlauf war bereits im Juni 2017“, berichtete Jörg Feldberg, Leiter der Geologie im Kaliwerk Zielitz und Projektleiter für die Kalisuchbohrung, „im Juli wurde der Bohrplatz eingerichtet und im August begannen die Bohrarbeiten.“ Im Dezember des vergangenen Jahres erreichten die Bohrspezialisten mit einer Tiefe des Bohrloches von 493 Metern den so genannten geologischen Zielhorizont. Das bedeutete den Abschluss der Bohrarbeiten.

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Die dabei gewonnenen Bohrkerne geben detaillierte Aufschlüsse über die Struktur des Bodens. „Das ist praktisch eine Zeitreise über 230 Millionen Jahre“, machte Jörg Feldberg deutlich. Die Bohrkerne wurden auf eine Länge von einem Meter geschnitten, luftdicht eingeschweißt und in Kernkisten verpackt. Jetzt beginne erst die eigentliche Arbeit, so Jörg Feldberg. „Zunächst stehen die Auswertungen der geophysikalischen Bohrlochmessungen und der hydraulischen Packertest an. Außerdem werden boden- und gebirgsmechanische sowie vereisungsspezifische Laboruntersuchungen an den gewonnenen Bohrkernen vorgenommen.“

Loch war 493 Meter tief

Mit den gewonnenen Erkenntnissen wird ein technischer, geologischer und hydrogeologischer Abschlussbericht erstellt. „Der wird voraussichtlich erst Ende des Jahres 2018 vorliegen“, teilte Jörg Feldberg mit.

„Die vorläufigen Ergebnisse der Erkundungsbohrung sind positiv. Durch die Bohrung konnten detaillierte Erkenntnisse zum Aufbau des Deckgebirges und weitere Qualitätsparameter zum Kaliflöz gewonnen werden. Diese Ergebnisse unterstützen die Fachleute bei der Planung des zukünftigen untertägigen Abbaus der Rohsalze und dienen der Präzisierung der Lebensdauer des Kaliwerkes Zielitz.“ Das werde nach den derzeitigen Kenntnissen bis voraussichtlich über die Mitte dieses Jahrhunderts hinaus sein.

Untersuchung der Bohrkerne läuft

Für die Borner war eine Aussage besonders wichtig. „Ein direkter Abbau unter der Ortschaft Born wird nicht erfolgen. Dafür gibt es verschiedene geologisch bedingte Ausschlusskriterien, so unter anderem Vertaubungen in der Lagerstätte oder abgelaugtes Flöz“, machte Jörg Feldberg deutlich.

Diese Erkenntnisse begründen, warum die Ortschaft nicht unterfahren wird. „Eine Annäherung des Grubenfeldes bis auf etwa einen Kilometer an die Ortschaft kann jedoch erfolgen“, teilte Ines Feldberg, Leiterin Umwelt und Genehmigungen im Kaliwerk Zielitz, mit.

Derzeit erfolgt der Kaliabbau unter Planken, rund zwei Kilometer von Born entfernt. In etwa zehn Jahren könnte der Abbau soweit fortgeschritten sein, dass der Punkt der Probebohrung erreicht wird.

Kein Abbau unter Born

Viele Gerüchte in den vergangenen Jahren rankten sich um einen Kalischacht, der bei Born niedergebracht werden soll. „Technisch könnte die Erkundungsbohrung als Schachtmittelbohrung für einen möglichen Schachtbau genutzt werden. Ob sich aufbauend ein Schachtprojekt ableitet, hängt unter anderem von den finalen Untersuchungsergebnissen sowie den technischen, wirtschaftlichen und unternehmenspolitischen Rahmenbedingungen ab“, schränkte Thorsten Kowalowka, Leiter Kommunikation im Kaliwerk Zielitz, ein.

Für den Fall, dass sich das Unternehmen zur Abteufung eines Schachtes entscheiden sollte, würde sich allerdings ein mehrjähriges Genehmigungsverfahrens anschließen.

Ende Januar dieses Jahres wurden die Endarbeiten zum Rückbau des Bohrplatzes abgenommen. „Die Ausbesserung des Feld- und Waldweges, der als Zugang zum Bohrplatz genutzt wurde, erfolgt, sobald es die Witterungsbedingungen zulassen“, erklärte Jörg Feldberg zum Abschluss.