Ausbruch

Suche nach Python in Haldensleben ist offiziell beendet

Einsatzkräfte der Feuerwehr haben erneut nach einem drei Meter langen Python gesucht, der am 24. Juli aus einer Privatwohnung ausgebüxt ist. Nach mehreren Einsätzen und Fangversuchen ist die Suche nach der Schlange damit beendet.

Von Juliane Just und Jens Kusian 07.08.2021, 08:30
Bei strömendem Regen waten Bastian Häusler (rechts) und Philip Juhl durch die Ohre und suchen die Uferböschung nach dem Python ab. Doch auch die letzte große Suchaktion endet erfolglos.
Bei strömendem Regen waten Bastian Häusler (rechts) und Philip Juhl durch die Ohre und suchen die Uferböschung nach dem Python ab. Doch auch die letzte große Suchaktion endet erfolglos. Foto: Thomas Schulz

Haldensleben - Wasser von oben, Wasser von unten – für Bastian Häusler und Philip Juhl kein Problem. Unverdrossen waten sie am Donnerstag bei ströemnden Regen durch die Ohre und suchen die Uferbereiche nach dem entfleuchten Python ab. Erfolglos.

Die Chancen, die drei Meter lange Schlange doch noch zu finden, schätzt Haldenslebens Wehrleiter Frank Juhl als gering ein. Er und sein vierköpfiges Team konzentrieren sich bei der letzten großen Suchaktion an der Ohre auf den Bereich zwischen der Bornschen Straße und dem Biotop am ehemaligen Freibad.

Doch Juhl ist realistisch: „Im Prinzip wissen wir gar nicht, wo wir mit der Suche anfangen und aufhören sollen“. Dass sich die letzte Suche auf diesen Abschnitt der Ohre fokussiert, liegt lediglich daran, dass das Reptil zuvor in einer Wohnung in unmittelbare Nähe gehalten wurde, aus der es vor gut zwei Wochen entwischt war.

Sucherfolg tendiert gegen Null

Offiziell erklärt Lutz Zimmermann, Pressesprecher der Stadtverwaltung Haldensleben, die Suche für beendet. Fachkundige haben der Stadtverwaltung in dieser Woche bestätigt, dass die Chance, die Schlange lebend zu aufzufinden, gen Null gehe. Die kühlen Temperaturen nachts würden das Tier in ihren Aktivitäten stark ausbremsen, so dass es in absehbarer Zeit erkranken oder sterben wird, wenn es nicht gefunden wird.

Trotzdem werden die Schlangenfangboxen an der Ohre noch nicht abgebaut. Sie würden in nächster Zeit zweimal in der Woche kontrolliert werden, sagt Zimmermann.

Am 24. Juli ist die drei Meter lange Python aus einer Privatwohnung entflohen. Der Ausbruch sorgte deutschlandweit für Aufsehen und wurde in den Medien mehrfach aufgegriffen. In den Tagen nach der Flucht waren mehrere Kamerateams großer TV-Sender in Haldensleben zu Gast und berichteten über den ungewöhnlichen Vorfall.

Mit Drohne und Wärmebildkamera

Der Besitzer befand sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs in medizinischer Behandlung. Weitere Reptilien, die er in der Wohnung hielt, wurden aus dem Gebäude gebracht. Der Halter soll den drei Meter langen Python nicht in einem Terrarium, sondern frei in der Wohnung gehalten haben. Ob das artgerecht ist, soll das Veterinäramt ermitteln.

Mehrere Suchaktionen von Einsatzkräften der Polizei und der Feuerwehr in der umliegenden Nachbarschaft der Satueller Straße sowie an der nahe gelegenen Ohre blieben erfolglos. Sogar mit einer Drohne samt Wärmebildsensor wurden die Ohre und der Stadtpark abgeflogen, um die Schlange zu finden.

Die Einsatzkräfte rückten in den Tagen nach dem Ausbruch zu zwei Fehlalarmen aus. Zuerst meldete eine Anwohnerin der Bornschen Straße, sie habe das Tier an ihrem Teich gesehen. Daraufhin wurde der Teich ausgepumpt und die Wanne ausgegraben. Doch das Tier war verschwunden. Nach den Angaben der Anwohnerin konnte es sich aber nicht um die gesuchte Schlange handeln, sondern um ein kleineres Exemplar. Beim zweiten Fehlalarm wurde ein Fund im Gewerbegebiet in Haldensleben gemeldet. Dabei handelte es sich jedoch lediglich um eine größere Ringelnatter.

Schlangenfangboxen bleiben leer

Zusätzlich wurden sechs Kisten mit feuchten Handtüchern entlang der Ohre drapiert, um die Schlange zu fangen. Mit den Kisten sollte eine Höhle imitiert werden, die Schlangen dieser Art bevorzugt als Rückzugsort wählen. Diese wurden täglich von den Einsatzkräften der Feuerwehr kontrolliert. Doch auch dieser Versuch blieb erfolglos.

Die Polizei gibt auf Volksstimme-Anfrage derweil bekannt, dass es noch keine weiteren Ergebnisse darüber gibt, wer Schuld an dem Ausbrechen der Schlange hat und damit die Kosten für die zahlreichen Einsätze der Feuerwehr trägt. Der Halter hatte sich aber um die Versorgung seiner Tiere über Dritte gekümmert.

Die entflohene Schlange sorgte auch für Debatten um die Haltung exotischer oder gefährlicher Tiere. So hat sich unter anderem die Tierschutzorganisation Peta eingeschaltet. Sie fordert die neue Landesregierung Sachsen-Anhalts auf, gefährliche und exotische Tiere zu verbieten. Neun von 16 Bundesländern haben laut Peta bereits Verbote und Beschränkungen erlassen, Sachsen-Anhalt gehört nicht dazu. Derzeit sind damit der Kauf und die Haltung exotischer Tierarten aller Arten uneingeschränkt möglich. In der Gemeinde Zielitz hielt sich ein Landwirt jahrelang einen weißen Löwen.