Behnsdorf l Rasant und (gewollt) ein wenig konfus ging es zu auf der Bühne in der Behnsdorfer Kulturscheune, als „Die Erbtante aus Amerika“ samt Tochter ihren Besuch im Männerhaushalt der Meiers ankündigt. Denn Opa Meier (gespielt von Ulf Schulze), sein Sohn Karl (Esther Spenn) und dessen Sohn Thomas (Melanie Bode) hatten in der Hoffnung auf das große Geld ganz schön geflunkert. Opa Meier gar sollte bereits in Gras gebissen haben, obwohl er noch quietschfidel durch die Wohnung pest.

Die drei einheitlichen, rautengemusterten Pullunder, die den Meiers auf den Leib geschneidert zu sein schienen, bildeten eine optische Verbindung des magischen Männertrios mit den spleenigen Ansichten von der dicken Knete der Erbtante von über dem großen Teich. Opa muss also weg, als sich Erbtante Barbara (Kati Hirschfeld) samt Tochter Lilly (Anett Hocke) ankündigt, dafür eine Haushälterin her. Und Karl und Thomas brauchen schnell eine passende Frau, denn das war der Deal, um an die Knete zu kommen.

Beste Nachmittagsunterhaltung

Zum Glück finden sich Bärbel (Kirsten Müller) und Frl. Dipfele (Diana Herrmanns) nach anfänglichem Zögern und Zieren bereit, die Rollen der Frauen zu übernehmen. Und eine Haushälterin muss auch noch her, wie gut, dass Opa Meier ja eigentlich schon unter der Erde liegen soll. In Mrs.-Doubtfire-Manier verwandelt sich der Opa kurzerhand in die Haushälterin. Postbote Max (Hiltrud Campe) stolpert in das Chaos und löst beinahe eine Katastrophe aus.

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Diese brisante Mischung aus Inhalt und Personen garantierte den Besuchern der Theateraufführung der Behnsdorfer Laienmimen zum diesjährigen Adventsmarkt wieder beste Nachmittagsunterhaltung. Dazu Thomas, der ständig mit vollen Einsatz seinen Bart zu halten versucht, der von der Oberlippe abzurutschen droht - einfach zum Brüllen.

Nicht nur die schwedische Popgruppe Abba besang einst händeringend „Money, money, money“ - auch bei den Meiers dreht sich bis zum Irrsinn alles um die Scheinchen. Tante Barbara ist aber ganz und gar nicht so naiv wie die Männer hoffen. Sie durchschaut das Treiben schnell, spielt zunächst mit und sorgt so noch mehr für Verwirrung - bis zum grandiosen Finale, bei dem sich natürlich doch noch alles zum Guten wendet.

Chor lädt zum Mitsingen

Die Komödie, unterstützt von Souffleuse Antje von Specht und Paul Schulze an der Technik, sorgte zum Adventsfest für kräftig Futter für die Lachmuskeln der zahlreichen Gäste. Die Kulturscheune platzte beinahe aus allen Nähten, als nach der kurzen Adventsandacht und der Kaffeetafel der Vorhang aufging.

Und nicht nur das Publikum hatte seinen Spaß, auch den Schauspielern selbst war ihre Spielfreude anzumerken - sei es auf der Bühne oder bei den sorgfältig auserkorenen Kostümen und Requisiten im Wohnzimmer der Meiers. Die spritzigen Wortgefechte der Aufführung hallten noch nach, als sich schon der Männerchor Hödingen bereitmachte für seinen Auftritt. Zu Glühwein und allerlei adventlichen Angeboten luden die Männer nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Mitsingen ein.