Haldensleben l „Der Gästezuspruch ist immens“, freut sich Herbergsvater Ingolf Zander. Auch die Resonanz seitens der Besucher sei top. Es gebe viel Lob, was den Mitarbeitern gut tue. „Wir werden dieses Jahr voraussichtlich auf 6700 bis 6800 Übernachtungen kommen“, schätzt Zander.

Das Einzugsgebiet der Einrichtung umfasse hauptsächlich Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Brandenburg. Manche Besucher kämen aber auch von weiter weg. Ein Beispiel seien Radtouristen aus den Niederlanden.

Erzgebirge Aue zu Gast

Außerdem ist die Jugendherberge bei Sportvereinen beliebt. Beispielsweise war schon eine Jugendmannschaft vom FC Erzgebirge Aue in Haldensleben. Das Interesse sei vor allem dann groß, wenn in Magdeburg größere Wettbewerbe stattfinden. Vereine aus der Region nutzen das Außengelände der Jugendherberge auch für Veranstaltungen, ohne Übernachtungen zu buchen, so Ingolf Zander.

Ein besonderes Highlight bildete vor Kurzem ein Austausch der Sportjugend. Das Angebot führte auch japanische Jugendliche in die Börde. Zunächst lebten sie in Gastfamilien. Anschließend verbrachten sie einige Tage in der Jugendherberge, um verschiedene Ausflüge zu unternehmen - etwa nach Magdeburg oder zum Kalimandscharo.

Schulklassen als Hauptzielgruppe

Die wichtigste Zielgruppe der Einrichtung sind allerdings Schulklassen. Für kommendes Jahr sind bereits etwa 4500 Übernachtungen gebucht, berichtet Ingolf Zander. Sogar für 2021 seien schon zahlreiche Schulfahrten angemeldet. Dabei funktioniere vieles über Mundpropaganda. Nach Buchungen aus den niedersächsischen Städten Helmstedt und Peine gebe es nun auch eine Anfrage aus dem benachbarten Gifhorn. Das spricht für die Zufriedenheit der Besucher. „Auch von der Ernennung des Drömlings zum Biosphärenreservat werden wir in Haldensleben profitieren“, vermutet Ingolf Zander.

Bei der Freizeitgestaltung weist die Haldensleber Einrichtung eine Besonderheit auf: „Im Unterschied zu anderen Jugendherbergen bieten wir kein Pauschalangebot an. Wir vermitteln nur die Angebote und überlassen es den Klassen, ob wir in ihrem Namen das Programm gestalten oder ob sie das selbst in die Hand nehmen“, erläutert der Herbergsvater.

Erlebnispädagogik beliebt

Das Angebot ist groß. Zwischen 50 und 60 Programmbausteine stehen zur Auswahl. Unter anderem sorge die Jugendherberge jedes Jahr für 400 bis 500 verkaufte Karten im Rolli-Bad. Allgemein sei das Thema Erlebnispädagogik sehr beliebt. Es fördere die Teambildung und soziale Kompetenzen. Gerade rund um den Schuljahreswechsel sei die Nachfrage groß, denn die Angebote festigen das Gefüge innerhalb einer Klasse. Ob Kistenklettern oder Waldmeisterschaft: Wie Ingolf Zander erklärt, geht es vor allem um die Zusammenarbeit der Schüler. Jeder könne seine Fähigkeiten einbringen - egal, ob es um Köpfchen, Schnelligkeit oder Geschicklichkeit geht.

Bauliche Veränderungen gab es in letzter Zeit keine. Allerdings hegt Ingolf Zander einen Wunsch: „Wir würden gerne einen Toilettencontainer neben dem Grillplatz aufstellen“, berichtet er. Anlass sei die steigende Nutzung des Außengeländes. Durch den Container müssten Gäste nicht immer erst zu den Sanitäranlagen im Inneren der Einrichtung gehen.

Auch das Thema Ökologie spielt in der Jugendherberge eine zunehmende Rolle. Dabei geht es zum Beispiel um das Sparen von Energie und das Vermeiden von Abfällen. „Dabei binden wir auch die Gäste mit ein“, informiert Ingolf Zander. Beispielsweise bringen Kinder mittlerweile verschließbare Trinkflaschen mit. Dadurch gibt es für Plastikbecher keinen Bedarf mehr. „Das Thema Umwelt ist durchaus präsent“, so der Herbergsvater.