Emden l Auf eine historische Wanderung durch die Emdener Gemarkung begaben sich Einwohner und Gäste wieder. Diese Wanderung hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Tradition entwickelt, die immer sehr gut angenommen wird. Der Weg führte diesmal nach einer informativen Runde durch Emden zur Wald- und Holzschäferei. „Damit wurde nicht nur ein Wunsch erfüllt, der schon bei der Wanderung im vergangenen Jahr geäußert wurde, sondern auch dem windigen, regnerischen Wetter getrotzt, denn auf dem Weg durch den Wald waren die etwa 50 Teilnehmer geschützt unterwegs“, berichtete Antje Lindner, Schriftführerin des Fördervereins für Feuerwehr und Heimatpflege Emden (FFHE).

Zur Tradition gehört, dass es sich um eine historische Winterwanderung handelt, auf der Emdens Ortschronist Mathias Weiß Interessantes und Wissenswertes aus der über tausendjährigen Geschichte seines Heimatortes zu berichten weiß. Er begrüßte nicht nur treue Wanderfreunde aus Emden, sondern auch Gäste aus Etingen, Magdeburg und sogar aus Hamburg. Die beiden jüngsten Teilnehmer waren in diesem Jahr Oskar (7 Monate) und Arthur (1 1/2 Jahre), beide mit ihren Familien aus Magdeburg angereist. Die ältesten Teilnehmerinnen Ilse Wienecke, Rosemarie Kraberg und Margarete Waeke gehören hingegen alle zur Emdener Gemeinschaft.

Grünkohlessen im Gerätehaus

Jede Wanderung steht unter einem besonderen Thema, das Mathias Weiß aufarbeitet. Da heißt es für alle Teilnehmer immer gut aufgepasst, denn am Ende steht immer ein Quiz, mit dem das auf der Wanderung erworbene Wissen abgefragt wird. In diesem Jahr drehte sich alles um das Thema Holz, berichtete Mathias Weiß unter anderem über die Geschichte des Schützenhauses, alte Weg- und Straßenbezeichnungen und über ein denkmalgeschütztes altes Haus. Dieses wurde etwa um das Jahr 1853 errichtet und hat eine ungewöhnlich reizvolle Anlage mit einer Freitreppe.

Die Ausführungen des Ortschronisten wurden an der Waldschäferei um die des dort seit 1966 tätigen Försters Horst Sommers ergänzt. Er berichtete über die Arbeit der Förster und warum die Försterei seit dem Jahr 1937 im Wald angesiedelt ist. Die Wanderer kehrten nach gut drei Stunden an das Feuerwehrgerätehaus in Emden zurück, wo die Mitglieder des Fördervereins bereits mit deftigem Grünkohl und heißen Getränken warteten.

Beim anschließendem Quiz setzte sich Daniela Herrmann-Skrentny knapp vor das Duo aus Vater und Tochter, Hans-Jochen und Marlene Lindner, und bekam die Winterwanderung-Königswürde verliehen. Daniela Herrmann-Skrentny entthronte den Magdeburger Emil Hocker, der vergangenes Jahr mit gerade mal neun Jahren zum jüngsten König in der bisherigen Emdener Winterwandergeschichte gekrönt worden war.