Hillersleben l Die Mitglieder der Familie Keweloh und ihre Bekannten haben am zurückliegenden Sonnabend nicht schlecht gestaunt, als sie am frühen Abend den Erlös ihres diesjährigen Flohmarktes ausgezählt hatten. „Da lagen vor uns sagenhafte 1500 Euro“, erzählt Klaus-Peter Keweloh im Gespräch mit der Volksstimme. „Das ist der bisherige Rekordwert, den wir bei keinen der sieben vorhergehenden Trödelmärkte erreicht haben.“ Die Beteiligten waren allesamt auch ein wenig stolz auf die Bilanz ihrer Aktion.

Unterstützt wurden die Macher des Flohmarktes auch mit privaten Spenden, die die Besucher den Kewelohs einfach in die Hand drückten. „Der Erlös geht an den Förderverein des Elternhauses für krebskranke Kinder in der Magdeburger Uniklinik“, verrät Klaus-Peter. „Den Betrag werden wir zeitnah an Professor Uwe Mittler übergeben, der sich für den Verein einsetzt.“

Der Grund für das große Engagement der Familie war vor 12 Jahren die Entdeckung eines Tumors bei dem Familienvater. „Ich habe dann andere Leute getroffen, die ebenfalls erkrankt waren und das hat mir zu denken gegeben“, sagt er. „Dann kam der Entschluss auf, selber etwas zu tun und so ist es zum ersten Trödelmarkt gekommen. Meine persönlichen Werte sind übrigens mittlerweile recht normal.“

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Die Idee ist bei den Hillersleber und Besuchern aus den umliegenden Orten offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Sie kommen, um Schnäppchen zu machen und die gute Sache zu unterstützen. So ganz nebenbei profitieren sie dabei von dem großen Wissen von Klaus Peter Keweloh. Dieser ist nicht nur ein Fachmann für historischen Sammlerbedarf, er interessiert sich sehr für die Hillersleber Kirche, den örtlichen Judenfriedhof und die ehemalige Heeres-Versuchsanstalt. Das bringt Kontakte in alle Welt und über das Jahr verteilt viele Auftritte bei Vorträgen mit sich. Diese nimmt er ohne Entgelt wahr.

Auf der Suche nach Krügen

Kristina Hunold aus Vahldorf ist ebenfalls zum Flohmarkt gekommen. Sie hat ein ganz besonderes Anliegen. Ihr Vater war einst einer der 3000 Arbeiter, die die Versuchsanstalt mit aufgebaut haben. Sie fragt den Hobby-Historiker nach ganz besonderen Erinnerungskrügen, die die Arbeiter seinerzeit bekommen haben.

Da ist sie bei Klaus-Peter Keweloh genau an der richtigen Stelle. Der holt zaubert zwei der betreffenden Krüge auf den Tisch und bietet somit bestes Anschauungsmaterial. Die Besucherin kann sich nun ein Bild machen und zu Hause in ihrem Fundus auf die Suche nach dem Andenken machen. „Die guten Stücke haben mittlerweile einen Wert von 100 bis 400 pro Stück“, weiß der Spezialist zu berichten. Und auch über die Geschichte der Heeres-Versuchsanstalt gibt es gleich Wissenswertes zu erzählen.

Überhaupt verläuft der Tag in recht familiärer Atmosphäre, denn Klaus-Peter Keweloh kennt nahezu alle Besucher persönlich und mit Namen. Bei Kaffee und Kuchen, kredenzt von Brunhilde Gusdat aus Hillersleben, gibt es Anekdoten am Fließband für die Gäste und diese lauschen nur zu gern den Ausführungen.

Der achtjährige Jonas aus der Nachbarschaft bekommt sogar ein Fernglas geschenkt. Darüber freut er sich sehr. „Damit kann ich jetzt meine Nachbarn noch viel besser beobachten“, sagt er augenzwinkernd. Am Nachmittag ist dann richtig viel los auf dem Hof der Kewelohs und das Unternehmen Trödelmarkt steuert auf das bewusste Rekordergebnis zu.