Althaldensleben l Chris Grandtke und Gerrit Mantwitz sind sehr zufrieden. Bisher habe es keine Probleme beim Umbau der alten Schule in Althaldensleben zu einem Wohnquartier gegeben, sagen die beiden Unternehmer. Als Bauherren sind sie für den Ausbau zuständig, der gerade an der Kleinen Straße stattfindet. Das Deutsche Rote Kreuz wird das komplette Gebäude nach Fertigstellung mieten.

Entstehen soll ein Wohnquartier mit 27 Einheiten – hauptsächlich Zweiraumwohnungen. Diese werden barrierefrei gestaltet, wozu auch ein Fahrstuhl in das Gebäude eingebaut wird. Die Wohnungen sind zwischen knapp 40 bis 50 Quadratmetern groß, dazu gehören sowohl Badezimmer und Küche als auch Schlaf- und Wohnzimmer. Außerdem erhält jede Wohnung einen eigenen Balkon und ist zudem mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Am Ende jedes Flures wird es einen Waschmaschinenraum geben – das DRK wird das Waschen als Serviceleistung anbieten.

40 Interessenten für 27 Wohnungen

„Der Bedarf an barrierefreien Wohnungen ist im Kreis auf jeden Fall sehr groß“, sagt Ralf Kürbis, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands Börde. Mit den 27 neuen Wohnungen werde man den Bedarf nicht decken können, komme aber weiter voran. Vor allem versuche das DRK, Wohneinheiten auch kleinteilig in Dörfern und Ortsteilen zu schaffen. „Viele Menschen sind froh, wenn sie auch im Alter in ihrem vertrauten Heimatort bleiben können“, weiß André Wiklinski, operativer Leiter der ambulanten Pflege des DRK Börde. Ihm zufolge gibt es bereits rund 40 Interessenten für die 27 Wohnungen, nähere Gespräche wurden aber noch nicht geführt.

Bilder

Eine Tagespflege werde im Untergeschoss des neuen Wohnquartiers eingerichtet. Sie beinhaltet Gruppenräume sowie Therapie- und Ruheräume. Auch ein Pflegebad gehört dazu. In der Tagespflege können sich die Hausbewohner treffen und versorgen lassen. Zudem biete der ambulante Pflegedienst des DRK ihnen Betreuung nach Wunsch an – dies sei bis zur 24-Stunden-Betreuung möglich.

Schule stand seit 2014 leer

In dem Gebäude, in dem das neue Wohnquartier entsteht, war bis 2003 die Althaldensleber Sekundarschule untergebracht. Danach wurde es als Ausweichmöglichkeit für verschiedene Bildungseinrichtungen genutzt. Zuletzt haben die Berufsbildenden Schulen des Landkreises Börde Unterricht in dem Haus abgehalten – das ging bis 2014. Danach stand das alte Schulhaus, das dem Landkreis Börde gehörte, leer und wurde im vergangenen Jahr schließlich verkauft.

„Ich finde es toll, wenn aus ehemaligen Kreis-Gebäuden so etwas wird“, sagt Börde-Landrat Martin Stichnoth, der zu einer Begehung des Hauses eingeladen war. Er hörte gerne, dass die Bauherren die Zusammenarbeit mit dem Kreis lobten, beispielsweise, was die Bauvergabe anging. Zudem habe das Gebäude Chris Grandtke und Gerrit Mantwitz nicht viel abverlangt. Bei der Planung hätten sie sich an dem Grundriss des Hauses orientieren können, das zudem gut erhalten gewesen sei.

Einzelne Wohnungen schon erkennbar

Ende 2018 begannen die Bauherren mit der Entkernung des Gebäudes, vor einem Monat starteten sie dann mit dem Umbau. Seitdem hat sich schon viel getan. So sind im Inneren des Hauses bereits die einzelnen Wohnungen abgeteilt, in ihnen wird jeweils gearbeitet, einen Fahrstuhlschacht gibt es auch schon.

In sechs bis acht Wochen solle bereits der erste Estrich eingebracht werden, sagt Chris Grandtke. Ihm zufolge gehen die Arbeiten flott voran. Der späteste Termin für die komplette Fertigstellung des neuen DRK-Wohnquartiers sei der 1. April 2020. Wie das Gebäude mit Wohneinheiten und Tagespflege heißen wird, wissen die DRK-Mitarbeiter übrigens schon. Das lange ungenutzte Haus wird nun zum Wohnquartier „Alte Schule“.