Haldensleben l Rainer Schulze sitzt als Nachfolger von Hartmut Neumann seit dem 1. März für die Wählergemeinschaft Pro Althaldensleben im Haldensleber Stadtrat. Dass ihm besonders die Probleme der Althaldensleber am Herzen liegen, wird in seinem Antrag deutlich, den er für die kommenden Stadtratssitzung am 22. November 2018 eingereicht hat.

Demnach soll die Stadtverwaltung ermitteln, ob für die Zeit der Schließung des Penny-Marktes in Althaldensleben gehbehinderten und älteren Bewohnern des Stadtteils „Probleme bei der Sicherstellung der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs entstehen“. Ist der Markt doch die einzige Einkaufsmöglichkeit in dem Stadtteil. Sollten sich Probleme abzeichnen, so soll laut Schulze geprüft werden, ob die Stadt einen Shuttle einrichtet, um dieser Bevölkerungsgruppe das Einkaufen in anderen Märkten in Haldensleben zu ermöglichen.

Kein neues Thema

Für die Stadtverwaltung ist das Thema nicht neu. „Wir haben uns schon damit beschäftigt“, versichert Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler während der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses. Für sie wäre die Stadtbuslinie die erste Wahl. Denn zum einen gibt es direkte Verbindungen von Althaldensleben in die Innenstadt, zum anderen ist laut Wendler ein barrierefreier Ein- und Ausstieg größtenteils gewährleistet. „Wir überlegen aber auch, uns noch einmal mit Penny deswegen in Verbindung zu setzen“, sagt sie.

„Aus meiner Sicht müsste Penny für die Absicherung sorgen, es sind ja seine Kunden“, argumentiert Mario Schumacher (CDU). Er steht einem Shuttle-Service ein wenig skeptisch gegenüber. „Die Frage ist doch, was kostet das. Und wäre das dann auch ein Angebot für alle Ortsteile?“, will der Satueller Ortsbürgermeister wissen. Ähnlich sieht es auch Roswitha Schulz (Die Linke). „In den anderen Ortsteilen gibt es auch keine Einkaufsmöglichkeiten mehr“, betont die Uthmödener Ortsbürgermeisterin.

Karl-Heinz Kühn als sachkundiger Einwohner sieht die Entwicklung in Althaldensleben entspannt. „Das Problem der fehlenden Einkaufsmöglichkeiten gibt es doch in allen Dörfern. Aber der Großteil der Senioren ist noch fit genug und hat ein Auto, um Einkäufe zu erledigen“, gibt er zu bedenken. Er schlägt jedoch vor, mit dem Discounter über mögliche Alternativen zu sprechen. Ihm schwebt dabei die Möglichkeit vor, den Supermarkt temporär in Containern vor Ort unterzubringen. „An der jetzigen Stelle,“ so macht Sabine Wendler deutlich, „geht das aber nicht wegen der benötigten Baufreiheit. Da müsste man einen anderen Standort finden.“

Ganz verschließen möchte sich der Ausschuss der Problematik jedoch nicht. Einstimmig hat er dem Stadtrat empfohlen, den Bedarf prüfen zu lassen. Unklar ist allerdings, wie eine solche Prüfung erfolgen soll.