Calvörde/Wegenstedt/Zobbenitz/Ingersleben l Um sich ein Bild vom Ausmaß der Spuren des Unwetters zu machen, fuhr am Freitag Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) von einem Ort der Gemeinde Calvörde zum anderen. Die größte Verwüstung hatte Sturm und Starkregen am Donnerstag auf dem Gelände des Calvörder Hortes hinterlassen. „Gegen Naturereignisse können wir nichts machen. Wir müssen jetzt Hand anlegen. Da haben wir nun von Wegenstedt über Calvörde bis nach Dorst gut zu tun“, beschrieb der Gemeindechef und ergänzte: „Wichtig ist aber, dass keine Menschen zuschaden gekommen sind.“

Horterzieherin Birgit Adolf berichtete: „Wir haben die Mädchen und Jungen vom Bus abgeholt und wollten auf dem Spielplatz noch Gruppenfotos machen. Der Fotograf hat das Unwetter kommen sehen und die Kinder aufgefordert, sofort ins Gebäude zu laufen. Wir waren kaum im Haus, da ging das Gewitter mit Regen und Sturm in voller Wucht los.“ Auf dem Spielplatz stürzten dicke Bäume um. Schwere Äste krachten herunter. Das Trampolin ist Schrott. „Ein Baum ist auf mein Auto gefallen. Ich hatte es voller Arbeitseifer so eilig, deshalb habe ich es nicht nach Hause gebracht“, erklärte Birgit Adolf.

Schäden an drei Kitas

Schliephake beruhigte die Erzieherin. „Es hätte schlimmer kommen können. Die Gemeindearbeiter sind nun dabei, erst mal da anzupacken, wo Gefahr in Verzug ist. Dann werden wir nach und nach die Schäden beräumen. Es gibt außerdem Schäden in den Kindertagesstätten Wegenstedt und Zobbenitz. Auf dem Gelände der Schule in Wegenstedt sind Bäume ganz stark angeschlagen. Sie drohen zu brechen, deshalb haben wir dort ein Areal abgesperrt. Der Aufwand ist da sehr groß. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen“, blickte der Bürgermeister voraus.

Bilder

Auch im Wald des Flechtinger Höhenzuges seien – nach Schliephakes Ausführungen – die Schäden erheblich. Hunderte Bäume wurden umgeknickt oder entwurzelt. Schliephake, der hauptberuflich als Diplom-Forstingenieur tätig ist, erklärte: „Wir sind in Sachen Forstwirtschaft Kummer gewöhnt. 2007 war der Orkan Kyrill und 2011 der Schneebruch.“

Etliche Haushalte waren ohne Strom, da unter anderem ein Baum in eine Hauptleitung des Fleckens Calvörde geknallt war. Auch andere Orte waren betroffen.

Sturm macht Getreidefelder platt

Nachdem der Sturm nun mit etwa 110 Kilometer pro Stunde über die Orte der Gemeinde Calvörde fegte, wurden nicht nur die Schäden in den Wäldern, sondern auch auf den Feldern sichtbar. So haben auch die Landwirte erheblichen Schaden zu beklagen. Ganze Getreidefelder wurden durch den Sturm platt gemacht. Alle Schäden zu beheben, wird noch Wochen dauern.

Wie viele andere freiwillige Feuerwehren im Landkreis und in der Verbandsgemeinde Flechtingen, rückte auch die Freiwillige Feuerwehr Ostingersleben aus. Alarm für die Wehr wurde um 14.17 Uhr ausgelöst, berichtete Wehrleiter Friedbert Kloss.

Umgestürzte Bäume hatten die Ortsverbindung zwischen Ostingersleben und Alleringersleben unpassierbar gemacht. Vier Kameraden rückten aus, um die Kreisstraße 1146a wieder frei zu bekommen. Dabei mussten sie gleich sieben Bäume von der Straße schaffen, die durch den Sturm umgekippt waren. Dank eines Kameraden mit einem landwirtschaftlichen Betrieb konnten die Feuerwehrmänner schwere Technik zum Beräumen einsetzen, so dass die Ortsverbindungsstraße nach 90 Minuten wieder befahren werden konnte.