Haldensleben l Innerhalb weniger Minuten hatte sich die Anzahl der eingehenden Notrufe in der Integrierten Rettungsleitstelle in Haldensleben verzwölffacht. Bei einer solchen Extremsituation sind Disponenten gefordert, Anrufe zu kanalisieren. Die Alarmierungsabläufe sehen in solchen Situationen vor, dass Gefahren für Menschen, für kritische Infrastrukturen und für Sachwerte Priorität haben.

Genau aus diesem Grunde sei es wichtig, soweit wie möglich vor Nutzung des Notrufes wirkliche Gefahren für Leib und Leben, Infrastrukturen oder Sachwerte einzuschätzen, erklärt Kreissprecher Uwe Baumgart. „Ein in der Fläche umgestürzter Baum, von dem keine Gefahr ausgeht, ist zum Beispiel kein Grund, um die 112 zu wählen“, so Baumgart.

Kreis ist gut aufgestellt

Der Landkreis Börde ist auf den Umgang mit solchen außergewöhnlichen Ereignissen wie am 22. Juni und mögliche Katastrophenlagen gut vorbereitet. Außergewöhnliche Ereignisse, wie Großschadenslagen, ausgelöst durch extreme Witterungsbedingungen, Brände, Verkehrsunfälle und Ähnliches, stellen besondere Einschnitte im täglichen Leben dar.

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Frank Schulze, beim Landkreis für den Rettungsdienst verantwortlich, sagt: „Um möglichst viele Schäden für Leib und Leben, Infrastrukturen sowie an Sachwerten zu vermeiden ist es deshalb wichtig, dass man versucht, die Ruhe zu bewahren und besonnen zu reagieren. Dies ist nicht in jedem Fall auf Grund persönlicher Betroffenheit möglich.“

Ruhe bewahren

Uwe Baumgart, selbst seit über 25 Jahren im Katastrophenschutzstab des Landkreises Börde, weiß aus Erfahrung: „Auch die Beschäftigten in der Integrierten Leitstelle, alle Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Rettungsdienstes und Gefahrenabwehrbehörden des Landkreises Börde sind bei solchen Lagen in einer außergewöhnlichen Situation. Dies trifft natürlich ebenso für die Mitarbeiter aller betroffenen Energieversorger und Verkehrsbetriebe zu. Sowohl menschlich als auch technisch können hier bei Extremsituationen Grenzen erreicht und überschritten werden.“

Am 22. Juni verzwölffachte sich die Anzahl der eingehenden Notrufe gegenüber denen im normalen Dienstbetrieb. Dadurch liefen in kurzer Zeit über 130 Einsätze allein der Freiwilligen Feuerwehren auf.

„Bei Unwetterlagen, die sich gerade immer wieder in den Sommermonaten ereignen können, einer großflächigen und schweren Katastrophe können Rettungskräfte nicht überall sein. Wenn Sie sich und Ihren Nachbarn selbst helfen können, sind Sie klar im Vorteil. Es kommt dann auf jeden Einzelnen an“, ruft Frank Schulze die Bevölkerung auf.