Süplingen l Der Ortschaftsrat und die Einwohner Süplingens haben sich für den Friedhof eine teilnanonyme Urnengemeinschaftsanlage gewünscht. Bisher gab es nur eine anonyme Variante. Dafür wurden nun erste Pläne für das Areal am Schulzenberg in Süplingen vorgestellt.

Dabei vertraut die Stadtverwaltung erneut auf Landschaftsplaner Rainer Brokof, der unter anderem für die Neugestaltung des Spielplatzes am Kamp, der Außenanlagen der Kita Max und Moritz sowie der Urnengemeinschaftsanlage auf dem Friedhof in Haldensleben verantwortlich ist. Des Weiteren hat er die zwei Spielplätze für Süplingen und Bodendorf geplant und war an der Planung der gesamten Dorferneuerung beteiligt.

Der Landschaftsplaner hat zwei Varianten erarbeitet, die er dem Ortschaftsrat vorstellte. Dabei werden jeweils drei Stelen mit teilanonymen Urnengemeinschaftsanlagen errichtet. Insgesamt 40 Personen sind pro Stele eingeplant, es werden also 120 Personen hier ihre letzte Ruhe finden.

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„Wichtig ist, dass der Raum gegliedert wird“, sagt Rainer Brokof. Die Stelen sollen als zentraler Raum entstehen. Sie sind jeweils von einem kleinen Platz umgeben, wo Bänke sowie Blumenablageflächen entstehen sollen. Künftig soll das gesamte Gebiet durch eine Hecke eingefasst werden, sodass ein Ort zum Gedenken und Zurückziehen entsteht.

Das Denkmal für 20 Widerstandskämpfer soll im Zuge der Umgestaltung ebenfalls eingeplant werden. Dort soll die alte Bepflanzung entfernt werden und dafür eine Hecke gepflanzt werden. Miteinander verbunden sind die Stelen durch einen geschwungenen Weg.

Der Landschaftsplaner stellte den Ortsräten ebenfalls verschiedene Varianten von Stelen sowie Blumenablagen vor. Auch für die Art der Bepflanzung konnten sich die Mitglieder aussprechen. Sorgen machten sich die Ortsräte um den Platz. Da die neue Anlage direkt an die Kapelle grenzt, wiesen die Ortsräte darauf hin, dass die Trauergäste oftmals auf dem neu gestalteten Stück stehen würden und der bisher geplant Weg umgeplant werden müsste.

Platz könnte eng werden

So war die Idee der Ortsräte, den Weg zu versetzen, damit wirklich ein Trauerzug entstehen kann. Sie haben sich mit dem Landschaftsplaner auf eine Vor-Ort-Begehung geeinigt, die im Februar stattfinden soll. Das Projekt könnte laut Stadtpresseprecher Lutz Zimmermann in diesem Jahr umgesetzt werden, ein Bauablauf stehe aber noch nicht fest.

Im Haushalt sind für die Planung 17.000 Euro und für die Umgestaltung der Fläche 60.000 Euro vorgesehen. Von dem Geld will die Friedhofsverwaltung auch die Sanierung am Denkmal für Widerstandskämpfer sowie Baumpflanzungen bezahlen. Der Vorteil: Bei der vorgestellten Variante können Teilflächen je nach Bedarf gebaut werden. Es wird also erst mit einer Stele begonnen, die zweite und dritte können nach Bedarf angefügt werden.

Der Friedhof in Süplingen ist laut Lutz Zimmermann ungefähr zur Hälfte belegt. Deswegen sei genügend Platz für die teilanonymisierte Urnengemeinschaftsanlage. Im Durchschnitt finden auf dem Friedhof jährlich 13 Beisetzungen statt. Zwei Drittel davon sind Beisetzungen auf der anonymen Fläche.

Schon seit einigen Jahren geht der Trend zur Urne. Nach Angaben der Stadt sind mittlerweile neun von zehn Bestattungen Urnenbeisetzungen. Vor zwei Jahrzehnten waren es noch sieben von zehn gewesen. Rund 65 Prozent der Urnen werden anonym oder teilanonym beigesetzt.

Teilanonym heißt: Die Urne wird im Beisein von Angehörigen beigesetzt, die genaue Grabstelle wird aber nicht gekennzeichnet. Es gibt aber eine zentrale Gedenkstätte mit den Namen aller dort Bestatteten. Anonyme Bestattungen hingegen nimmt die Friedhofsverwaltung vor, ohne dass Angehörige dabei sein können.