Der Glockenturm von St. Marien

Noch nicht einmal ganze 200 Jahre hat der Glockenturm von St. Marien unbeschadet überstanden.

Er wurde ab dem Jahr 1812 errichtet und im Jahr 1821 eingeweiht. Zuvor besaß die Marienkirche an gleicher Stelle einen Doppelturm.

Nach dem Einsturz des südlichen Turms wurde 1808 auch der nördliche abgerissen. Für die heutige Turmhaube hat der Turm der Berliner Sankt-Marien-Kirche als Vorbild gedient.

Im Turm selbst befinden sich drei Glocken – zwei große und eine kleinere. Sie stammen aus den Jahren 1818 beziehungsweise 1966/67.

Eine vierte kleine Glocke hängt über dem Treppenaufgang und nicht direkt im Glockenturm. Sie kann unabhängig von den anderen geläutet werden – und momentan als einzige gefahrlos.

Haldensleben l Haldensleber Stadtansichten, Ortsansichten aus Hundisburg, Groß Ammensleben, Althaldensleben oder Hillersleben, Stillleben von Blumen, Jahreszeitenbilder von Landschaften rings um die Kreisstadt – die Motive, die Siegmund Heyme in seinen Gemälden festhält, sind vielfältig. Eines taucht aber immer wieder auf: die Haldensleber St. Marienkirche mit ihrem markanten Kirchturm hat der Haldensleber Maler schon aus allen nur denkbaren Perspektiven gemalt.

„Die Kirche liegt mir unheimlich am Herzen. Der Kirchturm ist ja praktisch ein Haldensleber Wahrzeichen“, sagt Siegmund Heyme. Darum ist der 79-Jährige, der schon Mitglied des Gemeindekirchenrates der evangelischen Kirchengemeinde zu St. Marien war, kurz nachdem er vor 53 Jahren nach Haldensleben zog, derzeit um das Gotteshaus besorgt.

Turmsanierung kostet rund 500 000 Euro

Nicht nur Orgel, Empore und das Schiff der Haldensleber Stadtkirche sind nämlich marode und müssen dringend saniert werden, sondern auch der Kirchturm (Volksstimme berichtete). Rund 500 000 Euro seien allein für die Turmsanierung nötig, wie Judith Vater als stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates bestätigt. Zwar seien die obligatorischen Förderanträge gestellt, einen nicht unerheblichen Eigenanteil für die Sanierung werde die Gemeinde aber aus eigener Tasche bezahlen müssen. Geld, das die rund 1600 Mitglieder zählende Kirchengemeinde einfach nicht hat. Ohne die Hilfe spendenwilliger Haldensleber werde die gesamte Kirchensanierung nicht zu schaffen sein, gibt Judith Vater offen zu.

Eine erste Idee, um Geld zu sammeln, hat nun Siegmund Heyme. Der Maler ist in der Kreisstadt längst kein Unbekannter mehr – seine Kunstwerke hängen nicht nur in den Wohnzimmern vieler Haldensleber, sondern auch in öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus. Kunst- und Heimatliebhaber lieben seine Werke gleichermaßen und sollen nun eine neue Gelegenheit bekommen, sie käuflich zu erwerben. „Ich mache eine Verkaufsausstellung in der Marienkirche. Ich hoffe, dass dadurch einige Tausend Euro zusammenkommen“, erläutert Siegmund Heyme, der bereits 65 Bilder für die Ausstellung ausgewählt hat. Das ganze Repertoire des Malers kann dabei gesehen und auch gekauft werden – nicht nur Haldensleber werden Ansichten ihres Ortes erwerben können, sondern auch Bürger aller umliegenden Ortschaften. Der Verkaufserlös soll komplett der Kirchturmsanierung zugute kommen. Aber nicht nur auf Geld hofft Siegmund Heyme mit seinem Engagement. „Vielleicht bringe ich ja den einen oder anderen Haldensleber dazu, sich selbst etwas einfallen zu lassen, um Geld für die Kirche zu sammeln“, erklärt er.

Das Engagement der Haldensleber ist für die Rettung der Marienkirche unverzichtbar, sagt auch Judith Vater. „Alleine schaffen wir es nicht“, erklärt sie und wünscht sich, dass sich die Haldensleber ein Herz für ihre Kirche fassen. „Solche Herzen, wie die Dresdner für ihre Frauenkirche hatten, brauchen wir von den Haldenslebern auch für ihre Marienkirche. Sonst gibt es sie vielleicht eines Tages nicht mehr“, sagt sie.

Ausstellung wird am 26. November eröffnet

Über das Engagement von Siegmund Heyme freut sich der Gemeindekirchenrat indes sehr. Die Ausstellung, bei der er Ölgemälde und Bilder in Spachteltechnik verkauft, wird am Sonnabend, 26. November, um 15 Uhr in der Marienkirche eröffnet. Das Gotteshaus ist ohnehin immer parallel zum Haldensleber Sternenmarkt geöffnet – die Ausstellung versteht sich deshalb auch als Zusatzangebot zu dem Weihnachtsmarkt.

Die Kirche ist in diesem Zusammenhang sonnabends von 15 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 11 bis 13 Uhr und täglich parallel zum Sternenmarkt von 17 bis 19 Uhr.