Haldensleben l Wer arbeitet, soll korrekt dafür bezahlt werden. Das zumindest sagt die Bürgerbewegung HDL (BB HDL) zur Begründung ihres Antrags im Stadtrat. Demnach sollen die Stellenbeschreibungen und Eingruppierungen aller aktuell 354 Angestellten der Stadtverwaltung durch einen externen Gutachter geprüft werden. Ein Antrag, der im Hauptausschuss und im Stadtrat für heiße Debatten sorgte. Diese endeten darin, dass der Antrag in den Finanzausschuss zurückverwiesen wurde, um dort erneut diskutiert zu werden.

Offenbar konnten die Stadträte der Argumentation von Michael Schumann (BB HDL) so viel abgewinnen, dass sie sich trotz hoher Kosten – je nach Leistungsumfang zwischen 70.000 und 225.000 Euro – die Sache näher anschauen wollen. „In Zeiten des Fachkräftemangels müssen wir um jeden Mitarbeiter buhlen“, hatte er gesagt. Es habe in der Vergangenheit viele Kündigungen gegeben, heißt es im Antrag seiner Fraktion. Das lasse vermuten, dass „die Arbeitsbedingungen nicht den aktuellen Erfordernissen entsprechen“. Nur wenn dies geändert werde, sei es möglich, Personal zu halten oder qualifizierte Bewerber einzustellen.

Sieben Beschäftigte haben gekündigt

Eine Argumentation, mit der sich das Rathaus nicht anfreunden wollte. In den vergangenen fünf Jahren hätten sieben Beschäftigte gekündigt, das sei eine durchaus normale Fluktuation. Zudem gebe es im Rathaus eine Stellenbewertungskommission. Die schaut sich die Aufgaben der Mitarbeiter an und gruppiert diese dann in die entsprechenden Gehaltsgruppen ein. Das habe sich „in den letzten Jahren bewährt“, so die Verwaltung als Antwort auf den Antrag.

„Wir versuchen seit 1990 auf Berater zu verzichten“, sprach sich die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler dafür aus, die Aufgaben innerhalb der Verwaltung zu belassen. Zwar bringe eine Fremdbewertung eine größere Akzeptanz mit sich, doch die Frage sei, „ist es uns das wert?“

Entdeckungen befürchtet

Rüdiger Ostheer (CDU/FDP) befürchtete unliebsame Entdeckungen durch den externen Gutachter. „Es könnte einiges im Argen liegen“, mit der Folge, dass die Anforderungen und damit die Personalkosten steigen könnten. Angesichts der nicht besonders hohen Fluktuation plädierte er dafür, Stellenprofile und Bezahlung der Rathaus-Mitarbeiter nicht anzutasten.

Das wiederum wollte Katharina Zacharias (SPD) so nicht stehen lassen. „Die Leute arbeiten. Sie sollen auch dafür bezahlt werden“, sprach sie sich für korrekt bemessene Gehälter aus. Andernfalls: „Wenn sich das rumspricht, will in zehn Jahren keiner mehr für uns arbeiten.“