Haldensleben l Zu einer langjährigen Tradition wurde ein Treffen mit Landrat Hans Walker (CDU), der in diesem Jahr das Haldensleber Büro der Volkssolidarität besuchte und die erste Spende der Sammlung an Martina Richter, Geschäftsführerin des Regionalverbandes Ohre-Börde, und die Vorsitzende des Beirates, Karin Handorf übergab.

Die ehrenamtliche Helfer, die sich laut Volkssolidarität per Sammelausweis legitimieren können, werden bis Ende Oktober in nahezu allen Orten des Landkreises unterwegs sein, um die Sammlung vorzunehmen. Dabei sind die Helfer meist in Regionen tätig, in denen sie persönlich bekannt sind. Dadurch solle gewährleistet werden, dass die gesammelten Gelder auch tatsächlich der Volkssolidarität zugute kommen, wie ein Sprecher der Volkssolidarität sagte.

Wie in jedem Jahr verbleiben 50 Prozent des gesammelten Geldes an der Basis des Verbandes, in den 94 Ortsgruppen mit knapp 3000 Mitgliedern, und steht dort für soziale Aufgaben zur Verfügung. Die andere Hälfte wird verwendet, um die Seniorenarbeit in den Begegnungszentren zu unterstützen.

Zu der Runde in Haldensleben waren auch einige Bewohner der Seniorenwohnanlage und Mitarbeiter der Sozialstation gekommen, um mit dem Landrat ins Gespräch zu kommen. Einleitend gab Geschäftsführerin Richter einen Überblick über die Aufgabengebiete der Volkssolidarität: die Mitgliederarbeit, Begegnungsstätten, Seniorenwohnen und Hilfsangebote wie den Ambulanten Pflegedienst und den Mahlzeitendienst „Essen auf Rädern“.

Nicht wegzudenken

Hans Walker sagte: „Jeder, der Hilfe braucht, ist froh, wenn er vertrauensvoll Betreuung findet. Die Volkssolidarität ist nicht wegzudenken und ist ein guter Partner des Landkreises“. In einer Stadt wie Haldensleben oder Oschersleben gebe es viele Probleme nicht, die auf dem Lande den älteren Bürgern Sorgen bereiten. So lange Senioren Auto fahren können, sei das zu meistern, aber nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkauf oder zum Arzt zu kommen, sei oft schwierig. Gerade ältere Bürger sollten sich auch mit dem derzeit viel diskutierten schnellen Internet durch das Breitbandnetz beschäftigen, es sei eine große Chance für die Region.

Elke Grahn, die ehrenamtlich einige Ortsgruppen der Haldensleber Region betreut, gab zu bedenken, dass nicht alle Probleme der Gesellschaft durch Ehrenamt gelöst werden können. Auch sagte sie, soziale Berufe müssten attraktiver gestaltet werden, einschließlich einer guten Bezahlung. Der Fachkräftemangel im Pflegebereich sei oft ein Problem, dass oft in der Familie beginnt, wo der Pflegeberuf geringgeschätzt wird und sich daher keine Auszubildenden finden. Es sollte wieder mehr der Generationenvertrag gelebt werden.

Es kam auch die Frage an den Landrat, warum es in den Krankenhäusern des Landkreises keine Geburtsstationen mehr gibt. Walker bedauert diese von den Krankenkassen so beeinflusste Situation auch sehr, versicherte aber, dass die Börde durch die Nachbarkreise aber gut mit abgedeckt werden kann. Trotz aller Probleme habe Deutschland im europäischen Vergleich ein gutes Gesundheitssystem. In ländlichen Regionen Allgemeinmediziner zu finden sei schwierig, der Landkreis versuche das positiv zu beeinflussen.