Haldensleben l Es ist die Postbotin, die Regina Blenkle laut ihren Angaben auf das grausige Bild vor ihrer eigenen Haustür aufmerksam macht. Dort hängt eine tote Maus an der Tür, weitere liegen auf der Treppe davor. „Das sind ja mal gute Wünsche für das neue Jahr! Dankeschön!“, schreibt Regina Blenkle im sozialen Netzwerk Facebook, wo sie Bilder von dem grausigen Fund veröffentlicht hat.

„Ich finde es einfach primitiv“, sagt die suspendierte Bürgermeisterin im Gespräch mit der Volksstimme. In den vergangenen Monaten war Blenkle oft in den Medien, da die Gerichtsverhandlung um ihre Amtsenthebung im Oktober 2020 gestartet ist. Das Gericht entschied Ende November, Blenkle dauerhaft aus dem Amt der Bürgermeisterin zu entfernen und damit auch dem Klageziel des Stadtrats zu entsprechen. Das Urteil ist bisher noch nicht rechtskräftig.

„Daran sieht man, dass die Unruhestifter in dieser Stadt andere sind. Ich habe noch keinem Menschen tote Tiere an die Haustür gehängt“, so Regina Blenkle. Sie habe Anzeige erstattet. Das bestätigt das Polizeirevier Börde. Die strafrechtliche Relevanz der Tat werde derzeit geprüft.

Anfeindungen gegen Kommunalpolitiker

Es ist nicht der erste geschmacklose Vorfall vor dem Wohnhaus der gebürtigen Haldensleberin. Bereits im Februar 2016 hängten Unbekannte tote Ratten an ihre Eingangstür. Außerdem sprach Blenkle in der Vergangenheit von Zerstörungen von privatem Vermögen wie Fahrzeugen, privaten Beleidigungen sowie öffentliche Hetzaktionen in sozialen Netzwerken.

Doch nicht nur Regina Blenkle hat solche Vorfälle erleben müssen. Anfeindungen und Drohungen gegen Politiker haben in Haldensleben in den vergangenen Monaten mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. So fand die SPD-Stadträtin Katharina Zacharias im Januar 2020 eine Zeichnung in ihrem Briefkasten, auf dem ein Strichmännchen am Galgenstrick baumelt. Katharina Zacharias machte auf diese Morddrohung in sozialen Netzwerken aufmerksam.

Daraufhin brachte AfD-Stadtrat Wolfgang Rehfeld beim Nachrichtendienst Twitter eine Steinigung für die SPD-Politikerin ins Spiel. Im Haldensleber Stadtrat waren viele fassungslos über diese Äußerung. „Das ist kein Umgang miteinander, das ist völlig untragbar“, sagte Stadtratsvorsitzender Guido Henke (Die Linke) vor einem Jahr dazu.