Beendorf l Lange haben die Kinder und Erzieher vom Been- dorfer „Spatzennest“ darauf hin gearbeitet, einen Platz inmitten der Natur ihr Eigen zu nennen. Die Integrative Kindertagesstätte (Kita) konnte sich dank der Verbandsgemeinde, der Gemeinde Beendorf und zahlreicher Helfer nun diesen einen Traum erfüllen. Mit einer offiziellen Dankeschönveranstaltung und einem Tag der offenen Bauwagentür wurde der Waldkindergarten in einem Waldstück oberhalb von Beendorf nun endgültig eröffnet. „Seit dem 1. Dezember können wir schon unseren Platz nutzen“, erzählt Kita-Leiterin Cornelia Drößler.

Davon, wie schön die Kinder sich inmitten der Natur betätigen können, sind die Erzieher jeden Tag aufs Neue begeistert. Und die Mädchen und Jungen packen selbst mit an, wenn es darum geht, etwas für die Gemeinschaft zu schaffen. Ob Holz sammeln, schnitzen, bauen oder basteln - wann immer sie auf dem Waldplatz sind, wächst das Wir-Gefühl.

Kinder können selbst wählen

Wochentäglich von 9 bis 11 Uhr erobern alle Kinder, die sich für den Ausflug in den Wald entschieden haben, ihren Platz am Waldspatz-Bauwagen. Jeden Morgen können sie selbst entscheiden, ob sie mitgehen oder im Kindergarten bleiben möchten. Die Eltern ziehen mit, entsprechende Kleidung ist vorhanden, und auch sonst „sind uns die Eltern eine große Hilfe“, lobt Conny Drößler.

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Zum Holzhacken für den Ofen findet sich immer jemand, der schicke Schriftzug Waldspatz am Bauwagen gehören ebenso dazu wie ein selbstgemachtes Holzherz, das „eines Tages einfach vor der Tür des Bauwagens gelegen hatte“, oder die Holz-Sitzgruppen auf dem Freigelände, zählt die Kita-Chefin auf. Die Partner der Erzieher haben viel geholfen.

Den Bauwagen erstanden die Beendorfer in der Nähe von Berlin, wo er auch abgeholt werden musste, bevor er renoviert werden konnte. Im Inneren bollert ein gemütlicher Holzofen, auf dem beispielsweise Wasser für Tee warm gemacht werden kann.

Frühstück gibt es im Wald

Wenn die Kinder vom Kindergarten an ihrem Wagen angekommen sind, wird erst einmal gefrühstückt. Drinnen wie draußen bieten Gelegenheit dafür. Die Kreativität bei der Beschäftigung, umgeben von den Naturressoucen kennt keine Grenzen. Für eine Schnitzecke haben die Kinder einen eigenen Zaun gebaut, auch Sitzgelegenheiten liefern die Bäume.

Für die von der Verbandsgemeinde zur Verfügung gestellt Kompost-Toilette bauten die Eltern ein tolles Drumherum, selbst an Licht über einen Bewegungsmelder haben sie gedacht. Eine Waschecke erinnert an das Händewaschen danach. Die Besucher zum Tag der offenen Bauwagentür zeigen sich begeistert, auch wenn der Weg zum Platz ein wenig zerfahren und etwas rutschig ist.

Ihre tierischen Nachbarn in Wald und Flur können die Kinder mit den Gästen an einem speziellen Wagen der Jägerschaft kennenlernen. Dabei haben sie selbst schon jede Menge Krabbelgetier gesehen und beobachtet. Während die von der Gemeinde herbeigebrachte Gulaschkanone aufheizt und das Essen für die Besucher erwärmt wird, finden die Kinder überall eine Möglichkeit zum Erkunden. Und wer dabei hungrig geworden ist, kann sich Stockbrot oder Würstchen am angespitzten Holzstock über dem offenen Feuer backen.