Der Haldensleber Wald

Rund 37 Prozent der Fläche von Haldensleben bestehen aus Wald, rund 5750 Hektar.

Der Stadtwald im Besitz der Stadt Haldensleben hat eine Fläche von rund 2500 Hektar. Haldensleben ist damit der größte kommunale Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt.

Die Kiefer ist die dominante Baumart in Haldensleben. Knapp zwei Drittel des Baumbestandes sind Kiefern. Eichen machen etwa 19 Prozent des Waldes aus, Buchen etwa vier Prozent. Alle anderen Baumarten, darunter Lärchen, Ahorn, Fichten, Weiden, Pappeln, Linden und Eschen, sind noch weniger vertreten.

Haldensleben l Der Stadtwald hat zwei schlechte Jahre hinter sich. Trockenheit und Stürme haben ihm zugesetzt. Geschwächte Bäume sind von Pilzen und schädliche Insekten befallen, viele sterben nun ab. Und bringen der Stadt dann keinen großen forstwirtschaftlichen Ertrag mehr.

In der Finanzplanung der Stadt für die kommenden Jahre schlägt sich das nieder. Ab 2020 rechnet die Stadt nur noch mit Erträgen von jährlich 390.000 Euro aus Holzverkäufen. In diesem Jahr waren es noch 450.000 Euro, im vergangenen Jahr immerhin noch 417.000 Euro.

Hohe Kosten durch Schädlinge

„Wir bekommen die Bäume zum Teil nicht verkauft“, sagt Thomas Roßbach. Er ist Leiter des Betreuungsforstamtes in Flechtingen und kümmert sich in dieser Funktion auch um den Haldensleber Wald. Durch Schädlinge wie den Borkenkäfer und den Diplodia-Pilz verfalle der Preis des Holzes, erläutert Roßbach.

Den größte Preisverfall habe es zuletzt bei den Fichten gegeben. Es seien aber auch Kiefern betroffen. An ihnen macht sich vor allem der Diplodia-Pilz zu schaffen. „Der Pilz war 15 Jahre lang keine Gefahr“, sagt Roßbach, jetzt nutze der Parasit die Schwäche einiger Bäume aus, die unter der Trockenheit in den vergangenen zwei Jahren gelitten haben.

Regen über längeren Zeitraum nötig

Damit sich die Bestände erholen können, müsse es über einen längeren Zeitraum viel regnen, sagt Roßbach. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Feuchtigkeit zwei Meter tief im Erdreich nur bei etwa drei Prozent liege. Nötig seien 25 Prozent. Vor allem die alten Bäume mit ihren tiefen Wurzeln hätten dadurch ein Problem, erläutert der Fachmann. „Viele alte Eichen sterben dadurch weg“, sagt der Forstamtsleiter.

Tatsächlich geht es dem Haldensleber verglichen mit anderen Regionen im Land aber noch recht gut. Die hier dominante Kiefer sei robust, sagt Roßbach. „Wir werden weiterhin auf die Kiefer setzen.“ Auch die Eiche soll erhalten werden. „Wir müssen die Eiche fördern“, sagt Roßbach. Die Baumarten, die zuletzt am meisten Probleme mit Schädlingen und Trockenheit hatten, sind im Haldensleber Wald nur wenig vorhanden. Nur etwa zwei Prozent des Waldes sind Fichten, rund vier Prozent sind Buchen. Fichten und Buchen sind laut Roßbach mehrheitlich vom Absterben bedroht.

Land will Waldbesitzern helfen

Auf des Waldsterben im Land hatte Sachsen-Anhalts Umweltministerium im Sommer mit einer neuen Waldschutzrichtlinie reagiert. Danach können Waldbesitzer, deren Flächen massiv von Insekten wie dem Borkenkäfer oder von Pilzen geschädigt sind, finanzielle Hilfe erhalten. Rund 2,5 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Mit dem Geld sollen Waldflächen geräumt und Schädlinge bekämpft werden.

Auch Haldensleben werde Hilfen beantragen, berichtet Sabine Wendler, die stellvertretende Bürgermeisterin. In welcher Höhe das geschehen werde, sei noch mit dem Betreuungsamtsförster abzustimmen, sagt sie.