Etingen l Aus allen Ecken des Drömlingsortes kommen Familien zur alten Eiche. Viele ziehen Handwagen als Taxi für die Kinder oder zum Transport der Utensilien. Natürlich dürfen die Familienvierbeiner auch dabei sein. Jörg Bertelmann, Vorsitzender des Dorfclubs, begrüßt die Gäste zur Wanderung, die der Club organisiert hat.

Den Dorfclub gibt es schon seit DDR-Zeiten. Gegründet wurde der Club 1961 zur Vorbereitung der 1000 Jahrfeier von Etingen. Die Mitglieder des Dorfklubs setzen Bräuche fort, denn gefeiert wurde in Etingen schon immer gern.

Dabei wurde stets Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen gelegt. So ist es auch heute noch, denn gemeinsam mit dem Förderverein der Kita, dem Sportverein Etingen/Rätzlingen, dem Reitverein und den Feuerwehrleuten plant der Dorfclub die kulturellen Höhepunkte.

Club gibt es seit DDR-Zeiten

Auch Etingens Ortsbürgermeister Marco Alex gehört zu den Wanderern. Er lobt das Engagement des Dorfclubs: „Wenn wir die aktiven Vereine nicht hätten, würden wir ziemlich alt aussehen. Froh sind wir auch, dass wir im Ort die Bauernschänke haben, wo wir die Gemeinschaft genießen können. Schön wäre es, wenn die Etinger die Gaststätte noch mehr – zum Beispiel für Familienfeiern – annehmen würden.

20 aktive Mitglieder hat der Club. „Die erste Wanderung war vor acht Jahren. Dann haben wir pausiert. Im letzten Jahr war die Tour so gut angekommen, dass wir nun wieder wandern“, freut sich Bertelmann. Carlotta , die Tochter von Anja Evers, ist mit 15 Monaten die jüngste Teilnehmerin. Sie steckt in einem kuschlig warmen Overall.

Ältere Generation erinnert an Schulzeit

Zu den betagtesten Wanderern gehören Ilse Thurmann und Rudolf Schwarzmeier. Beide feiern noch in diesem Jahr ihr 80. Wiegenfest. Ilse Thurmann hat die vierjährige Leni, eine ihrer fünf Urenkel, an ihrer Seite. Schwarzmeier erzählt: „Ich bin ein alter Etinger. Als Rentner bin ich in meinen Heimatort zurückgekehrt. Ich wohne im Ortsteil Keindorf und kenne hier sehr viele Leute, denn ich hab hier meine Kindheit verbracht.“

Schwarzmeier fühlt sich immer noch eng mit Etingen verbunden. Der 79-Jährige zeigt auf das einstige Schulhaus und erinnert sich: „Als damals 1945 die Tiefflieger kamen, mussten wir – damit die Flieger nicht schießen – einzeln von der Schule bis zur Eiche laufen. Erst, wenn wir am Baum angekommen waren, hat der Lehrer den nächsten losgeschickt.“ Die Tour bietet den jungen und älteren Leuten viele Gelegenheiten zum Plaudern.

Die etwa zehn Kilometer lange Tour führt an der Mühle vorbei zur Etinger Kanalbrücke nach Piplockenburg in das Land der tausend Gräben und wieder zurück. Nach der dreistündigen Tour wartet in der heimischen Bauernschänke die Gastwirtin mit einem köstlichen Grünkohlessen und Kassler sowie Nudeln für die kleinen Wanderer.