Eickendorf l Ein ganz besonderer Gaumenschmaus ist das Grünkohlessen in Eickendorf. 38 Frauen und Männer hatten die Einladung der sieben Damen der Eickendorfer Sportgruppe angenommen. „Es werden von Jahr zu Jahr mehr Gäste, die mit uns essen und anschließend wandern. So viele wie heute waren wir noch nie. Es ist ein Rekord“, sagten Ingrid Engelke und Christa Handge, die gemeinsam mit ihren Sportfreundinnen Marlis Krull, Monika Kuska, Marita Schwarz und Sigrid Brink die Gäste mit Grünkohl, Kassler und Kohlwurst verwöhnten. Gisela Scholz gehört auch zur Gruppe, war aber am Wandertag nicht dabei, weil sie bei einem Kindergeburtstag familiären Freuden nachkam.

Wegen Platzmangel umgezogen

„In den ersten Jahren waren wir Sportfrauen und unsere Partner unter sich, aber dann wollten auch andere Eickendorfer mit wandern“, erinnerten sich die Damen. Schon längst mussten die Wanderer in die obere Etage ziehen, damit alle Platz am Tisch finden. Ganz nach Hunger gab es Nachschlag, bis alle Bäuche prall gefüllt waren. Mit 80 Jahren war Siegfried Buchhorn der älteste Eickendorfer am Tisch, während Leon Hegel mit 11 Lenzen der Jüngste in der Runde war.

Die Frauensportgruppe gibt es inzwischen schon seit 44 Jahren. Jeden Mittwoch um 19 Uhr treffen sich die Frauen, um ihre Glieder und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Die Gruppe trainiert im Dorfgemeinschaftshaus. „Unser Raum ist klein, aber eine oder zwei Frauen könnten notfalls noch Platz finden und mit uns Sport treiben“, waren sich die Frauen einig.

„Nach den Sportstunden sitzen wir gern noch zusammen. Es kam schon mal vor, dass wir bis 22 Uhr geplaudert haben“, dachte Ingrid Engelke zurück. Gern sind die Freizeitsportlerinnen auch unterwegs. So waren sie erst vor kurzem zum Bowlen in Rätzlingen. Aber auch Geburtstage feiert die Sportgruppe. Geplant ist für den nächsten Sonntag ein Ausflug zum Karneval nach Mannhausen. „Unsere Sportdamen werden nicht älter, sondern immer sportlicher und hübscher“, sagten die Männer, die bei Feierlichkeiten oder zum Bowlen auch mit dürfen.

Ausgerüstet mit einem Rucksack voller „Frostschutzmittel“ ging es auf der Landstraße in Richtung Klinze. „Wir wollen heute zum Klinzer Sportplatz“, verriet Ingrid Engelke. Mit Glühwein wartete dort bereits Siegfried Engelke auf die „Wandervögel“.

Zurück ging die etwa zehn Kilometer lange Tour über die Klinzer Straße. Es gab im Dorfgemeinschaftshaus in gemütlicher Runde Kaffee und Kuchen. Ein Dankeschön ging an die Frauen, die Kuchen für die Kaffeetafel gebacken hatten.

Lobende Worte für die engagierte Sportgruppe hatte auch Eickendorfs Ortsbürgermeister Udo Cherubim (parteilos), der ebenfalls seine Wanderschuhe geschnürt hatte.

Beim Kaffee machten die Anwesenden ihrem Unmut Luft. „Es ist ärgerlich, dass wir die Waldwege gar nicht mehr zum Spazierengehen benutzen können. Alles ist von den Fahrzeugen, die das Holz abtransportieren, zerfahren“, berichteten die Sportfrauen und schimpften: „Die treiben mit unserem Wald so richtig Schindluder. Wir können nur noch auf der Straße gehen.“

Kaputte Wege durch Transporter

Ortschef Cherubim sagte: „Es kamen schon wegen der zerfahrenen Wege viele Beschwerden von den Eickendorfern. Ich habe schon mit einigen Forstleuten geredet. Man hat mir zugesichert, dass die Wege, wenn das Holz weggeschafft ist, wieder hergestellt werden. Ich hoffe, dass das auch gemacht wird.“

Volkmar Schliephake, Leiter des Reviers Flechtingen, erklärte: „Ich kann nicht für alle Waldwege sprechen, denn in Eickendorf gibt es auch Landeswald. Ich bin für den Privatwald zuständig, indem wir einige Partien bearbeitet haben. Es ist in der Tat so, dass es beim Rücken und bei der Abfuhr des Holzes zu diesen Schäden kommt.“

Zum einen gab es nach den Ausführungen von Schliephake durch die vier Stürme Unmengen von Schadholz. „Ich habe bei mir im Revier allein 20.000 Festmeter Wurfholz zu liegen. Dazu kommen noch die Niederschläge, die die Wege total aufweichen. Und das in der Summe bringt natürlich die Belastung und die Schäden, die wieder in Ordnung gebracht werden. Es macht keinen Sinn, jetzt die Wege zu planieren, denn dann würde drei Tage später ein 40-Tonner kommen und alles wieder kaputt fahren. Sobald das Holz weg ist, ziehen wir die Wege wieder gerade“, versicherte der Revierleiter.