Feuerwehr

Wedringer Feuerwehrleute ziehen im Hintergrund die Fäden

Die Alterskameraden der Wedringer Feuerwehr komplettieren das einzigartige Ensemble aus kleinen Feuersalamandern und aktiven Kameraden in der Ortschaft

Von Juliane Just
Die Alterskameraden der Feuerwehr Wedringen haben sich 2002 gegründet und bestehen aus diesen sechs Herren. Vorsitzender Bruno Buckwitz (v.l.), Manfred Bäse, Hans-Joachim Matusek, Hans-Henning Wiese, Manfred Pätz und Burkhard Tietz.
Die Alterskameraden der Feuerwehr Wedringen haben sich 2002 gegründet und bestehen aus diesen sechs Herren. Vorsitzender Bruno Buckwitz (v.l.), Manfred Bäse, Hans-Joachim Matusek, Hans-Henning Wiese, Manfred Pätz und Burkhard Tietz. Foto: Juliane Just

Wedringen - Ein Jahr konnten sie sich aufgrund der Corona-Pandemie nicht sehen, doch nun wartet schon das Würstchen auf dem Grill. Die Alterskameraden der Wedringer Feuerwehr komplettieren das einzigartige Ensemble aus kleinen Feuersalamandern und aktiven Kameraden in der Ortschaft. Doch welche Aufgaben stemmen die sechs Herren eigentlich?

„Wir sind zuständig für die Gemütlichkeit“, sagt Bruno Buckwitz. Er ist Vorsitzender der Alterskameraden und seit 1951 Feuerwehrmann. Die sechs Alterskameraden organisieren gemeinsam Veranstaltungen wie das Spargelessen, den Herrentag oder auch die Weihnachtsfeier in Wedringen. Sie sind also zuständig für alles, was Spaß macht.

Seit 2002m eine eigene Formation

Im Jahr 2002 wurden die Alterskameraden eine eigene Formation. Seither treffen sie sich zu eigenen Dienstabenden und tüfteln an den Veranstaltungen. Damals waren die Alterskameraden noch zu zehnt. Inzwischen sind es altersbedingt noch sechs Herren im Alter von 65 bis 93 Jahren. Denn auch das gehört zur Arbeit der Alterskameraden dazu: Das Gedenken an jene, die nicht mehr unter ihnen weilen. Geschlossen gehen sie dann zur Beerdigung und legen bei der nächsten Versammlung eine Gedenkminute ein.

Für die aktiven Kameraden sind die Herren Gold wert, wie André Wiklinski als Ortsbürgermeister und Mitglied der Feuerwehr bestätigt. Sie kennen die einstigen Strukturen und die verschiedenen Löschverfahren. „Wir können von ihrer Erfahrung profitieren“, so Wiklinski. Das geht sogar so weit, dass die Alterskameraden bei Einsätzen am Gerätehaus anrücken und das Tor wieder schließen. „Wir sind ja nach wie vor Feuerwehrmänner, auch wenn wir nicht mehr aktiv sind“, sagt Buckwitz.

Für den Bau des alten Feuerwehrgerätehauses in der Ortsmitte packten die Kameraden einst selbst mit an. 1959 war das. „Wir haben das Haus damals für 70 000 Mark in Eigenregie gebaut“, erinnert sich Hans-Joachim Matusek, heute Schatzmeister der Alterskameraden. Bis tief in die Nacht hätten sie Wände geputzt und glatt gezogen – der Zeitplan musste schließlich eingehalten werden.

Einmal im Jahr jedoch, da treffen die Wedringer Feuerwehrmänner alle aufeinander. Zur Jahreshauptversammlung sind die Alterskameraden stets eingeladen. Dann werden die alten Uniformen entstaubt und die Schulterstücke auf Hochglanz gebracht. „Wir wollen als Kameraden solange zusammenleben, wie wir können. Und das soll ja Spaß machen“, sagt Buckwitz und schmunzelt.