Videokonferenz

Weferlinger beraten im Sozialausschuss vom Sofa aus

Gehört die Zukunft der Ausschussarbeit den Videokonferenzen von daheim? Die Generalprobe beim Schul- und Sozialausschuss gelang bis auf wenige kleine Fehler, die leicht zu korrigieren sind.

Von Carina Bosse
Der Schul- und Sozialausschuss des Stadtrates von Oebisfelde-Weferlingen tagte per Videokonferenz. Im Sitzungssaal blieben die Stühle für die Einwohner meist leer.
Der Schul- und Sozialausschuss des Stadtrates von Oebisfelde-Weferlingen tagte per Videokonferenz. Im Sitzungssaal blieben die Stühle für die Einwohner meist leer. Foto: Carina Bosse

Weferlingen - Mit unterschiedlichen Erwartungen - je nach Themenlage - fahre ich normalerweise zu Sitzungen unserer lokalen Gremien, egal, ob Stadtrat, Ausschuss- oder Ortsrats-Sitzungen.

Was mich jedoch in dieser Woche erwarten würde, als der Schul- und Sozialausschuss des Stadtrates von Oebisfelde-Weferlingen erstmals in digitaler Form stattfinden sollte, ließ sich überhaupt nicht abschätzen. Würde ich einsam und ganz allein im Sitzungszimmer des Weferlinger Rathauses sitzen?

Dort nämlich sollte gesetzeskonform die Öffentlichkeit hergestellt werden, während die Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses vor ihren heimischen Laptops an der Sitzung teilnehmen würden. Via Leinwand würden alle Daheimgebliebenen „zugeschaltet“ und sichtbar.

Die erste Überraschung bei meiner Ankunft am Rathaus: Ausschussmitglied Silke Wolf kam zur gleichen Zeit wie ich an und bat mit einem Klingeln an der Rathaustür ebenfalls um Einlass. Ihr Laptop habe den Geist aufgegeben und sei zur Reparatur, erklärte sie der Verwaltungsmitarbeiterin, die uns Einlass gewährte.

Im Saal ist viel Platz

Gemeinsam am Sitzungssaal in der oberen Etage angekommen, wurde Silke Wolf gleich wieder zurückgelotst. Sie erhielt von IT-Administrator Sirko Hinrichs einen Platz an einem Computer im Untergeschoss.

Zu meinem Glück saß ich trotzdem nicht allein im großen Sitzungszimmer. Der zweite IT-Spezialist  der Verwaltung, Steffen Bader, hatte hinter der Technik Platz genommen. Vor einem zweiten Laptop saß Eike von Specht als sachkundiger Einwohner im Ausschuss.

Als einziger Besucher neben mir war zu meiner Erleichterung Marco Sobotta von der Stadtelternvertretung von Oebisfelde nach Weferlingen gekommen. Eike von Specht teilte sich den Bildschirm mit Marco Sobotta, als dieser in der Einwohnerfragestunde seine Fragen stellten wollte. Das klappte gut, auch wenn kurzzeitig die Einhaltung der Abstandsregelung ausgehebelt wurde.

Nur 36 Minuten getagt

Ausschussvorsitzende Angela Leuschner brauchte gerade einmal 36 Minuten, um durch die Sitzung zu führen. Und das, obwohl alle Abfragen statt mit Stimmkarten mit namentlichem Aufruf von Maria Bade und Silke Wolf, Jörg Lauenroth-Mago als beratendes Mitglied sowie Kornelia Klasen-Schröder, Sabine Wieter und Eike von Specht als sachkundige Einwohner erfolgen mussten.

Als Mitarbeiter der Verwaltung für den Bereich Schulen hatte Steffen Bader beim Tagesordnungspunkt Möblierung für die Grundschule Weferlingen einige Fragen aus dem Ausschuss zu beantworten. Obwohl er direkt im Raum saß, konnte ich ihn an diesem Abend am schwersten von allen verstehen.

„Schuld“ daran war eine Rückkopplung durch zwei offene Mikrofone in einem Raum. Das aber, so versichert Steffen Bader, lasse sich sehr leicht beheben, indem ein Mikrofon beim Sprechen in das andere einfach abgeschaltet wird.

Die beiden inhaltlichen Tagesordnungspunkte, das weitere Vorgehen bei der Schulentwicklungsplanung und die Liste der Möblierung für die Grundschule Weferlingen, waren schnell abgehandelt, das Frage-Antwort-Prozedere gelang ohne Zeitverzögerung, auch wenn manche Redner nicht ganz einfach zu verstehen waren. Volle Konzentration war die ganze Zeit über unabdingbar, um der Diskussion folgen zu können.

Überraschung nach dem Sitzungsende: Aus den Verwaltungsräumen im Erdgeschoss trat Ausschussvorsitzende Angela Leuschner. Sie hatte sich bei diesem ersten Versuchsballon lieber auf die Fachleute an ihrer Seite verlassen. Letztlich waren also beinahe die Hälfte der Ausschussmitglieder bei der Video-Generalprobe vor Ort anstatt daheim.