Modellkommune

Wegen nächstem Lockdown? Landkreis Börde kann Gastronomien und Hotels nicht wie geplant öffnen

Der Landkreis Börde wollte Gastronomien und Hotels in einem Modellprojekt nach Ostern wieder öffnen. Doch die Verwaltung wartet noch auf den endgültigen Startschuss. Sollte die Bund-Länder-Runde einen erneuten Lockdown beschließen, ist das Modellprojekt gestorben.

Von Juliane Just
Die Außengastronomie und Hotels sollten am 9. April im Landkreis Börde öffnen. Doch das Modellprojekt muss noch auf den Startschuss warten. Foto: dpa

Haldensleben. Die Außengastronomien und Hotels im Landkreis Börde sollten eigentlich ab dem 9. April 2021 wieder für Besucher öffnen - so zumindest hatte es die Kreisverwaltung vorgesehen und auch beantragt. Doch bisher fehlt noch der endgültige Startschuss des Wirtschaftsministeriums des Landes Sachsen-Anhalt.

„Wir stehen in den Startlöchern, aber noch heißt es warten“, sagt Danny Schonscheck. Er ist Leiter des Wirtschaftsamtes in der Kreisverwaltung und zuständig für das Modellprojekt, für das sich die Börde angemeldet hat. Hintergrund ist die Bund-Länder-Runde am 12. April 2021. Wird dort ein erneuter Lockdown verhängt, hat sich das Modellprojekt erledigt.

Doch die Öffnung ist an Bedingungen geknüpft. Gäste erhalten beispielsweise nur dann Zutritt zu einer Außengastronomie, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können, der sich älter als 24 Stunden ist. Das kann zum einen ein Nachweis in schriftlicher Form sein, zum anderen gibt es die digitale Variante mit der Kontaktverfolgungs-App „Luca“. Diese werde laut Schonscheck gerade technisch erweitert, um auch einen digitalen Nachweis für einen negativen Corona-Test in der App zu speichern.

Kontaktverfolgung für Gäste notwendig

Des weiteren ist das Bierchen in der Sonne zwingend mit der Kontaktverfolgung verbunden, die viele Gäste noch aus dem Sommer 2020 kennen. Dazu müssenpersönliche Daten wie Anschrift oder Handynummer sowie Aufenthaltsdauer schriftlich hinterlegt werden. Auch hier gilt die App „Luca“ als die schnellere, digitale Variante. Dabei checkt man sich über einen sogenannten QR-Code im Restaurant oder Hotel ein und aus.

Insgesamt 330 Betriebe im Bereich Gastronomie und Hotellerie wurden laut Danny Schonscheck nun angeschrieben. Auf einem Formular können sie ihr Interesse an diesem Projekt bekunden. „Wir müssen schauen, ob die Gastronomen dieses Projekt überhaupt mittragen wollen und wie am Ende die Resonanz der Gäste ist“, so Schonscheck. Aus mehreren Gemeinden und Städten haben Gastronomen sich bereits kritisch geäußert - denn ob bei dem Aufwand überhaupt Gäste kommen, ist unklar.

Das Projekt war anfangs bis Ende April begrenzt, nun soll es laut dem Amtsleiter „mittel- oder langfristig“ fortgesetzt werden. „Wir wollen mit dem Projekt den Weg in ein halbwegs normales Leben möglich machen“, betont Danny Schonscheck.