Calvörde l „Ich fahre mit diesem rosaroten Auto ins Wunderland. Kommst du mit?“, fragte die dreijährige Mia den gleichaltrigen Janne. Der Junge ließ sich nicht lange bitten und stieg ein. Auf Schienen ging es im schicken Auto, das große Kulleraugen hat, im Kreis über das Pflaster des Calvörder Marktplatzes.

Das Zentrum des Fleckens hatte sich in eine leuchtende Weihnachtswelt verwandelt. Traditionell wurde das bunte Treiben vom Verein der Selbständigen organisiert. Vereinsvorsitzende Heidelore Gödicke strahlte mit der Tannenbaumbeleuchtung um die Wette.

Technik für Zauberwelt

„Alles läuft nach Plan. Wir haben viele Helfer, die unentgeltlich mit anpacken“, sagte sie. Unternehmer hatten zuvor ihre Technik bereit gestellt, um die Zauberwelt entstehen zu lassen. Und auch die Gemeindearbeiter packten zuvor als Weihnachtsmannkollegen bei der Entstehung des Weihnachtszaubers mit an.

So kam es, dass der ortsansässige Bäckermeister Denni Nitzschke nicht nur mit den Mädchen und Jungen der Region Plätzchen gebacken hatte, sondern der Mann der weißen Zunft überließ den Kindern Tannenbäumchen, die die Kinder in der Kita „Abenteuerland“ mit ihren Basteleien schmückten.

Wunschbaum oder Weihnachtsmann?

Die bunten Zauberbäumchen zierten nun auch den Weihnachtsmarkt. „Das sind Wunschbäume, die muss man schütteln, dann werden Träume wahr“, behauptete die siebenjährige Amelie. „Das ist Quatsch“, entgegnete ihre sechsjährige Freundin Marie und erklärte, dass nur der Weihnachtsmann Wunschzettel entgegen nimmt und für die prompte Erfüllung sorgen kann.

Und da war er plötzlich – der bärtige Rotkittel, der direkt aus dem sogenannten Land der tausend Gräben kam, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Geduldig hörte der Weitgereiste sich lange Gedichte an und verteilte Süßes als kleinen Vorschuss auf Heiligabend.

Programm der Kita-Kinder

Beim Programm der Kita-Kinder wippte der viel beschäftigte Herr fröhlich im Takt mit und brummte dazu „Oh, du Fröhliche“. Die Gewerbetreibenden hatten zuvor einen Lastwagenanhänger als Bühne verwandelt. Die Mädchen und Jungen erzählten in ihrer kleinen Show von den Adventskerzen, die sogar den Tieren im Wald Wärme spendeten.

Eilig hatten es Clara, Lea, Helene, Victoria und Emeli, in die Kirche zu kommen, denn dort gab es im Rahmen des Weihnachtsmarktes ein Adventskonzert. Ihre Eltern der jungen Musikerinnen halfen, die schweren Akkordeons zu tragen, denn in zehn Minuten sollte schon das Konzert beginnen.

Etwa 30 kleine und große Stars präsentierten vor dem Altar ihre musikalischen Talente und ernteten dafür tosenden Beifall. Die Besucher griffen nach frittierten Snacks, Kartoffelpuffern und gebrannten Mandeln. Vor den Glühweinständen standen die Gäste dicht an dicht. Überall blinkten helle Lichter. „Der Calvörder Weihnachtsmarkt hat seinen ganz speziellen Charme.

Wir kommen jedes Jahr gern wieder hierher“, schwärmte auch Arne Schröder, der mit seinen drei Enkelkindern aus Salzwedel angereist war. „Unsere Familie kommt aus der gesamten Altmark. Calvörde ist für mich ein zentraler Ort“, erklärte der Großvater, der auf Wunsch seiner Rasselband nach fisch gebackenen Waffeln suchte.

Kuchen für die Klassenkasse

Die heißen Köstlichkeiten fand Schröder in der Sekundarschule „Brüder Grimm“. Dort gab es auch heiße Getränke und viele Bleche voller Kuchen. Die Schüler verkauften kreative Weihnachtsdekorationen, um ihre Klassenkassen aufzufüllen.

Mia und Janne scheinen, trotz Weihnachtstrubel, einfach nicht müde zu werden. Sie drehen noch eine Runde durch das Zauberland.