Rätzlingen l Für eine knackigfrische Mohrrübe ist Pony Wolke für eine geheimnisvolle Mission bereit. Für den Reitspaß der Kinder auf dem Rätzlinger Weihnachtsmarkt verwandelt sich der schwarzweiß gefleckte Vierbeiner nämlich in ein rotnäsiges Rentier. Die Reiterinnen des Rätzlinger Vereins hatten Wolke mit Geweih und Knollennase ausgestattet. Mira Scharf aus Etingen zählt zu den ersten mutigen Reiterinnen, die hoch zu Ross auf dem märchenhaften Vierbeiner sitzen dürfen.

Zum ersten Mal in seiner neuen Amtszeit eröffnet Rätzlingens Ortsbürgermeister Udo Müller (CDU) das vorweihnachtliche Treiben. Der Ortschef motiviert die Marktbesucher, am Ende des Jahres die Zeit nicht mehr so wichtig zu nehmen und besinnlich zu werden. Müller gesteht, dass es in den kleinen Orten nicht mehr so einfach sei, in der Gemeinschaft zusammen zu finden. „Das wir den Weihnachtsmarkt immer wieder organisiert bekommen, hängt immer von ein paar Seelen ab, die den Rahmen dafür schaffen“, sagt Müller und bedankt sich bei den Aktiven und bei den Sponsoren. Er wünscht den Anwesenden viel Kraft für das neue Jahr.

„Die große Politik wird uns bei der Gestaltung des Dorflebens nicht weiter helfen. Wir müssen uns unseren kleinen Ort selbst verschönern. Wir haben Briefkästen und offene Ohren für jeden, der Ideen hat, das Dorfleben 2020 noch ein bisschen aufzupeppen“, sagt der Bürgermeister.

Mit dem Schmücken des Tannenbaumes beginnen die Kinder ihre musikalische Botschaft. Auf ihren Instrumenten spielen die Mädchen und Jungen der Musikschule Fröhlich. Janett Segeler (WG Sport), Mitglied im Rätzlinger Ortschaftsrat und im Schützenverein, verteilt Süßes an die jungen Showtalente.

Miteinander ins Gespräch kommen

Auf dem Platz riecht es nach frischgebackenen Waffeln und Gegrilltem. Der Weihnachtsmarkt bietet eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch die Nachbarn und Freunde aus Kathendorf, Eickendorf, Bösdorf, Lockstedt, Gehrendorf, Etingen, Miesterhorst, Mannhausen und Haldensleben wissen das zu schätzen.

Weihnachtliche Basteleien, geschnitzte Dekorationen, Glühwein und selbst zubereitete Köstlichkeiten bieten die Frauen und Männer der Vereine und der Feuerwehr an.

Brav und geduldig dreht Wolke mit den Kindern seine Runden. Dabei macht nur der Weihnachtsmann höchstpersönlich dem magischen Hengst Konkurrenz. Der Rotkitel reist mit der Pferdekutsche an, um die braven Mädchen und Jungen zu beschenken. Der Bärtige kommt direkt aus dem Drömling und hört sich geduldig die Wünsche, Lieder und Gedichte der Kinder an. Riesigen Spaß haben die Kleinsten, die nach der Bescherung noch einige Runden in der Kutsche durch die Straßen des Ortes fahren.

Dem Rentier ist keine Spur von Müdigkeit anzumerken. Doch nun soll er in den Stall geführt werden. „Wolke träumt sicher heute Nacht davon, am Heiligabend mit den anderen Rentieren die Kutsche des Weihnachtsmannes durch den Schnee ziehen zu dürfen“, sagt Pia Bauermeister aus Wolfsburg und streichelt dem Pony zum Abschied über die Mähne.