Flechtingen l Mit zehn Pflügern war das Teilnehmerfeld beim diesjährigen Leistungspflügen im Flechtinger Höhenzug gegenüber dem Vorjahr um vier geschrumpft. Dabei hatte der Flechtinger Heimat- und Mühlenverein gemäß der Anmeldungen insgesamt 13 Startplätze vorbereitet. Als dann aus technischen Gründen zwei Starter auch noch vorzeitig aufgaben, konnten nur noch acht Pferd-Pflüger-Paare den Wettbewerb beenden.

Der Vorstellung mit fachlichen Erläuterungen von Dr. Jürgen Böhm von der Interessengemeinschaft Zuchtpferde lauschten dennoch viele hundert Besucher, die bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad Celsius auf das Gelände an den Flechtinger Median-Kliniken gekommen waren.

Die tiefste Furche zog wohl Thomas Klumpe. Mit seinem Kaltblütergespann Oskar (9) und Emma (9) ist der junge Flechtinger schon ein alter Hase, was den Umgang mit der alten landwirtschaftlichen Technik betrifft. Und auch beim Holzrücken machte er eine gute Figur. Für ihn gab es Platz 3 beim Pflügen und Platz 2 beim Zweispänner-Holzrücken.

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Mit um die 600 Kilometer Anreise nimmt Olaf Knopf aus Holzhausen in Baden-Württemberg immer einen weiten Weg auf sich, um beim Leistungspflügen dabei zu sein. Heidi (28) und Hanjo (10) sind seine zwei Haflinger. Mutter und Sohn sind ein eingespieltes Team wenn sie vor dem Pflug gehen, was die Arbeit auf dem nicht gerade guten (da extrem trocken und staubig) Boden in Flechtingen schon ein wenig erleichterte.

Sein Pflug-Handwerk lernte Olaf Knopf bei Walter Heuer aus Brunau, der ebenfalls zum Leistungspflügen gekommen war. In seiner Heimat Brunau richtet Walter Heuer, der mit seinen Haflingern Stern (12) und Starboy (16) angereist war, im Herbst immer ein Schaupflügen aus, bei dem er den Teilnehmern gern ein paar Tipps und Ratschläge für das Ziehen der Furchen mit auf den Weg gibt. Im vergangenen Jahr hatte Walter Heuer übrigens das Leistungspflügen für sich entschieden. In diesem Jahr wurde er Vierter.

Mit 360 Kilometern hat Axel Geide aus Horka in Sachsen auch nicht gerade eine kurze Anreise. Trotzdem kam er mit seinen Schlesier-Warmblütern Haber (10) und Hugo (7) gern nach Flechtingen, zumal er nicht nur beim Pflügen den zweiten Platz gewinnen konnte, sondern auch beim Zweispänner-Holzrücken mitmachte und dort sogar gewinnen konnte.

Ebenfalls ein Urgestein des Leistungspflügen ist Heinz Haenschke aus Wellen. Mit seinen Haflingern Fanny (14) und Max (15) konnte er in diesem Jahr mit 79 Punkten den Sieg davontragen. Spannend wurde es im Anschluss beim Geschicklichkeits- und Kraftrücken der Forst.

Ordentlich schwitzten die Lehrlinge der drei Forstämter Wolfenbüttel, Westliche Altmark und Harz. Ihr Dreikampf verlangte den jungen Männern angesichts der hochsommerlichen Temperaturen einiges ab. Der Vorjahres-Dritte Michel Hardke vom Niedersächsischen Forstamt Wolfenbüttel gewann den Dreikampf vor Gregor Rehm, ebenfalls Wolfenbüttel, und Rafik Röder vom Betreuungsforstamt Harz.

Im Rahmenprogramm hatte der Flechtinger Heimat- und Mühlenverein in diesem Jahr ein Kaspertheater eingeladen, das zu mehreren Vorstellungen in seinen Hänger einlud. Auf einer Hüpfburg konnten sich die Mädchen und Jungen austoben. Verschiedene Stände und Händler boten allerlei Waren an oder sorgten für das leibliche Wohl.

Im Festzelt hatten die Allertaler Blasmusikanten auf der Bühne ihre Instrumente zur Unterhaltung aufgebaut. Die Frauen des Heimat- und Mühlenvereins versorgten die Gäste den ganzen Tag lang mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen.

Am Rande des Geschehens hatten sich die Holzsägekünstler Lorenz Tacke aus Zobbenitz und Andreas Metzler aus Gröbitz eine mobile Arbeitsstätte eingerichtet und demonstrierten ihre Bearbeitung von Holz mit grober Kettensäge und anderen Werkzeugen für die feinere Bearbeitung ihrer Figuren.