Klüden l Wenn in Klüden „Bonanza“, die Filmmusik der bekanntesten US-amerikanischen Fernsehserie der 1960er Jahre erklingt, dann verwandelt sich der Sportplatz in eine Art Ponderosa-Ranch. Zwar gibt es dann keine rauchenden Colts und Hüte aus dem Western-Milieu, sondern in Klüden tragen die Männer Helme und aus den großen Spritzen peitschen Wasserstrahle.

Die Rolle von Ben Cartwright hat Klüdens Wehrleiter Dirk Schnelle übernommen. Genau wie die Cartwrights, die gegen die Verherrlichung von Gewalt waren, legen die Klüdener großen Wert auf Freundschaften mit anderen Wehren.

Freundschaft mit anderen Wehren wichtig

In friedlicher Absicht rückten deshalb auch die „Cowboys“ aus Roxförde und Zobbenitz an. Die Kinder der Zobbenitzer und der Klüdener Wehr sind schon seit einigen Jahren eine große Familie. Jugendwart Roland Peters trainiert die Mädchen und Jungen aus beiden Orten. Sie holten sich vor kurzem den Kreismeistertitel.

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Bei dem jüngsten Feuerwehrcamp in Calvörde schloss der Nachwuchs Freundschaft mit den jungen Brandschützern aus Erxleben. Deshalb nahm nun auch die Jugend aus Erxleben die Herausforderung an und mit ihrem roten PS-starken „Ross“ den langen Weg vom Erxleber Gerätehaus nach Klüden in Kauf. Leider waren längst nicht so viele Mannschaften – wie in den Vorjahren – in Klüden dabei.

Schnelle überlegte nach den Gründen. „Es ist Urlaubszeit. Außerdem haben zum Beispiel die Freunde aus Drackenstedt und Druxberge abgesagt, weil sie in der Erntezeit arbeiten müssen. Schade, dass die Favoriten aus Mannhausen und Flechtingen nicht vertreten sind. Aber wir lassen uns den Spaß nicht verderben“, sagte der Wehrleiter und wünschte allen faire Wettkämpfe und Erfolg. „Es wird immer schwieriger, Leute zu Wettkämpfen zusammen zu bekommen. Aber ich freue mich, dass die Erxleber mit zwei Jugend-Teams an den Start gehen“, ergänzte Jugendwart Peters.

Weniger Mannschaften als 2016

Neben dem Wettkampfgeschehen lernten auf der benachbarten Wiese die Gäste, wie die Indianer mit Pfeil und Bogen schießen. Geschossen wurde nur auf große Scheiben, denn in Wild-West-Klüden herrscht Frieden.

Übrigens „Bonanza“ ist ein englisches Wort spanischen Ursprungs für „Glücksfall“. Glück allein reichte bei den Löschangriffen nicht aus. Technische Perfektion, Muskelkraft und Ausdauer waren nötig, um den Lauf mit den schweren Schläuchen in der schnellsten Zeit zu bewältigen. Aus der Lautsprecherbox dröhnte: „Einer für alle, alle für einen – uns fällt das gar nicht schwer, flammende Herzen hat die Feuerwehr.“

Zwei erste Plätze gehen an Roxförde

Die Nachbarn aus Roxförde legten gleich im ersten Lauf eine unglaubliche Zeit von 22,82 Sekunden vor. „He, was geht ab. Wir feiern die Meisterschaft“, klang es dazu aus den Boxen. Zu den „Bonanza“-Rhythmen und den Anfeuerungsrufen der Frauen gaben die Klüdener Männer alles. Und weil es nicht so viele Herausforderer gab, gingen alle Männermannschaften drei Mal an den Start.

Die Zobbenitzer steckten gekonnt die Schläuche zusammen und erreichten mit 30,63 Sekunden den zweiten Platz. Am Ende waren die Klüdener mit 34,32 Sekunden nur eine Haaresbreite langsamer und landeten auf den dritten Platz.

Gastgeber holen dritten Platz

Auch die Roxförder Jugend holte sich mit 27,13 Sekunden den ersten Platz und bewies, dass im Nachbarort schon eine beachtliche Konkurrenz aufwächst. Fast genau so schnell war das zweitplatzierte Team Klüden/Zobbenitz I mit 28,01 Sekunden. Die zweite Mannschaft der Gastgeber schaffte es mit 29,78 auf den dritten Platz.

Es folgten in der Platzierung das Team Erxleben I mit 1 Minute und 4,75 Sekunden auf den vierten und das zweite Team aus Erxleben mit 1 Minute 17,91 Sekunden auf den fünften Platz. Schnelle bedankte sich bei den Mitgliedern des Kulturklubs und bei allen anderen Helfern, wie zum Beispiel Helmut Schulze und Ulrich Freistedt. Der Wehrleiter zog Bilanz: „Es gab keine Verletzten. Es waren faire Wettkämpfe.“