Hundisburg l Aller guten Dinge sind drei! So war es nicht nur das dritte Mal, dass Harald Blanke, der Verwalter von Park und Schloss Hundisburg, die Eröffnung des Schlossrestaurants miterlebte. Es sind auch drei Partner, die bei diesem Projekt gemeinsam in einem Boot sitzen: die Stadt Haldensleben als Eigentümer des Schlosses Hundisburg, der Verein Kultur-Landschaft als Verpächter und Nils Todtenhaupt als neuer Pächter und Betreiber des Restaurants. Und zu guter Letzt sind fast eine „drei“ viertel Million Euro investiert worden.

„Ein Besuch von Schloss Hundisburg sollte ein Fest der Sinne sein – dazu zählt auch ein gutes Essen in ansprechender Umgebung“, unterstreicht Haldenslebens stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Wendler die Bedeutung der Gastronomie für das Schloss. Immerhin hat sich die Stadt fast eine halbe Million Euro – inklusive EU-Fördermittel – in den Umbau der Räume gesteckt.

Pächtersuche als Problem

Gäste- und Servicebereich sind nun räumlich besser voneinander getrennt, die Heizungsanlage ist verlagert und modernisiert, Elektro- und Lüftungsanlage sind angepasst und umfangreich umgebaut worden. „Die Kultur-Landschaft hat aktiv die Arbeiten unterstützt und sich intensiv an der Pächtersuche beteiligt“, bedankt sich Wendler ausdrücklich bei dem Verein.

Dessen Vorsitzender Joachim Hoeft lässt noch einmal die Schwierigkeiten bei der Pächtersuche Revue passieren. „Der Gedanke, dass die Gastronomen nur so auf das Schloss zuströmen, der war weit gefehlt“, bilanziert er nüchtern. Der Vorstand habe locker mit 30 Interessenten gerechnet, von denen auch zehn ihren Hut in den Ring werfen würden. „Aber es haben sich nur vier Interessenten die Gegebenheiten hier vor Ort angeschaut und drei sich letztendlich beworben.“ Im Einvernehmen mit Haldenslebens Bürgermeisterin Regina Blenkle war bereits 2016die Entscheidung gefallen, das Restaurant an Nils Todtenhaupt zu verpachten.

Investor in Haldensleben bekannt

Der Haldensleber ist unter anderem als Betreiber der ehemaligen Diskothek Seal sowie als Geschäftsführer der Veranstaltungsfirma Plaza Events bekannt. Mit dem Schlossrestaurant wagt er sich auf unbekanntes Terrain. „Ich komme ja nicht aus der klassischen Gastronomie, habe noch nie ein Restaurant betrieben“, gesteht er. Doch als Eventmanager hat er bereits eigene Pläne für Hundisburg geschmiedet und möchte neben Kulinarischem auch Veranstaltungen anbieten.

Dafür greift Todtenhaupt selbst tief in die Tasche. Gut 240.000 Euro habe er in Küche, Mobiliar und Ausstattung gesteckt. „Doch damit ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht“, ist er überzeugt. Mit seinen vier Festangestellten habe er den einwöchigen Probebetrieb erfolgreich absolvieren können, als „Testphase vor dem Weihnachtsgeschäft“, wie der Pächter meint.

Werbetrommel für Hundisburg

Bärbel Schön, Geschäftsführerin des Tourismusverband Sachsen-Anhalt und als Hundisburgerin auch Mitglied im Vorstand der Kultur-Landschaft, sieht in dem neuen Restaurant auch eine Bereicherung für das touristische Angebot. „Das Schloss ist eingebettet in zwei Landesprojekte: die ,Gartenträume‘ und die ,Straße der Romanik‘. Nun können wir vom Landesverband auch in Sachen Gastronomie stärker die Werbetrommel für Schloss Hundisburg rühren“, versichert sie.