Lockstedt/Rätzlingen/Döhren/Walbeck.  Für viele Menschen in der ländlichen Region ist der Winter kein Vergnügen. Andere machen das Beste draus und gönnen sich lange Touren durch die Winterlandschaft. Kinder genießen meist die weiße Pracht, um einen Schneemann zu bauen, Schlitten zu fahren und eine Schneeballschlacht zu machen. Sonnabendvormittag: Mittlerweile ist der Winter mit Eis und Schnee in den kleinsten Orten der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen angekommen. In einer Zeit, in der eigentlich ein Skiurlaub, ein Wellnessaufenthalt in den Bergen und Schneeballschlachten auf dem Programm stehen sollten, ist der Alltag im Lockdown von den Begriffen wie Kontaktverbot und Abstandsregeln geprägt.

Zum Glück gibt es immer noch einige Aktivitäten, die während des Lockdowns erlaubt sind. Die beliebteste dabei ist das Spazieren gehen, denn die Bewegung an der frischen Luft ist in Zeiten wie diesen wichtiger als je zuvor.

Pferdesport ist erlaubt und ein Muss

Der Pferdesport ist trotz Corona-Pandemie nicht nur erlaubt, sondern sogar ein Muss. Die Pferde brauchen dringend Bewegung. Das weiß auch Edgar Stierholz. Der Lockstedter ist ein leidenschaftlicher Distanzfahrer und hat schon viele Meisterschaften in dieser Pferdesportart gewonnen. Heute hat er seinen Lucho vor den Wagen gespannt. Lucho, das ist spanisch und heißt zu deutsch: Kämpfer. Durch und durch ein Kämpfertyp ist auch der Fahrer, der seine Pferde selbst ausgebildet und bei jedem Wetter täglich stundenlang, meist über 30 Kilometer, durch die Region fährt und so mit seinen Vierbeinern trainiert. Bei Minusgraden genießt der Lockstedter es, von Alyssa Trumann auf dem Haflinger Wildfang und von Dijanndra Gußmann auf dem Schimmel Meteor begleitet zu werden. Die jungen Mädchen profitieren von den Erfahrungen des erfolgreichen Pferdesportlers. Nach 35 Kilometer durch Wald und Flur kehren die beiden Amazonen und der Fahrer mit ihren treuen Vierbeinern wieder nach Lockstedt zurück. Nachdem die Tiere versorgt sind, gönnen sich die Pferdefreunde Kuchen und ein heißes Getränk. Die Pferdeliebhaber hoffen, dass es bald Lockerungen der Corona-Pandemie gibt und Turniere wieder freigegeben werden.

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Schneeschieben mit dem Enkel

Bewegung an der frischen Luft haben auch Werner Tietge und sein dreijähriger Enkel Malte Claas. Reine Männersache ist scheinbar das Schneeschieben auf der Everinger Straße in Rätzlingen. „Wir üben heute. Wenn morgen die Schneemassen kommen, dann klappt das Schieben um so besser“, erklärt der Großvater. Nachbar Uwe Dieckmann lässt sich vom Tatendrang motivieren und räumt auch gleich vor seinem Haus auf der anderen Straßenseite den Schnee weg.

Seit den Morgenstunden bis zum Dunkelwerden sind auch die Arbeiter der Gemeinde und der Straßenmeisterei mit ihren Fahrzeugen im Dauereinsatz. Glück haben die Menschen, die einfach die verschneite Landschaft genießen können. Den Rindern auf den Wiesen vor den Toren von Döhren scheint die Kälte nichts auszumachen.